Rettung wie in einem Hollywood-Film: US-Spezialeinheiten haben den vermissten Offizier des abgeschossenen Kampfjets geborgen. US-Präsident Trump schildert die riskante Mission mit dramatischen Worten.
Ein US-Waffenoffizier, dessen Kampfjet über dem Iran abgeschossen worden war, ist von US-Spezialkräften bei einem hochriskanten Kommandoeinsatz gerettet worden. «Wir haben ihn», schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social in Großbuchstaben. Der Soldat sei verletzt, befinde sich jetzt aber in Sicherheit. Es werde ihm gut gehen, schrieb Trump. Der Pilot der am Freitag abgeschossenen F-15E war laut übereinstimmenden Medienberichten bereits zuvor gerettet worden. Auch dessen Rettung bestätigte Trump nun offiziell.
Die Aktion für das zweite Besatzungsmitglied folgte einem zweitägigen «Wettlauf auf Leben und Tod» zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften, um den verletzten Luftwaffenangehörigen zu erreichen, zitierte die «New York Times» US-Beamte. Der US-Soldat sei von «unseren Feinden gejagt worden», sie seien ihm stündlich nähergekommen, schrieb Trump. US-Spezialkommandos seien zu seiner Rettung «tief in feindliches Gebiet» vorgerückt, schrieb die Zeitung. Laut Trump wurden sie von Dutzenden Kampfjets flankiert.
«Heftige Feuergefechte» bei Rettungsaktion
Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es schließlich zu einem «heftigen Feuergefecht» kam. Am Ende konnten die US-Kommandos laut «New York Times» den verletzten Offizier begleitet von Hunderten Spezialeinsatzkräften bergen. Er sei «nie wirklich allein» gewesen, schrieb Trump. Die US-Militärführung habe seinen Standort in den Bergen «rund um die Uhr» überwacht. Es sei eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA gewesen, schrieb der Präsident weiter.
Rettungsflugzeuge flogen den Waffenoffizier nach Angaben der «New York Times» zur medizinischen Behandlung nach Kuwait. Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge, die die Einsatzkommandos und den Waffenoffizier in Sicherheit bringen sollten, hätten im Iran festgesteckt, wurde ein US-Militärbeamter zitiert. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden, um die US-Soldaten zu bergen. Diese hätten die beiden zurückgelassenen Flugzeuge gesprengt, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen, hieß es.
Nach Bekanntgabe der Soldaten-Rettung seitens der US-Regierung berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die Revolutionsgarden hätten am Morgen angeblich zwei Black-Hawk-Hubschrauber der Amerikaner, ein C130-Militärtransportflugzeug und mehrere Drohnen getroffen und zerstört.
Iran lobte Prämie für US-Soldaten aus
Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen. Iraner hätten ihre Smartphones gen Himmel gerichtet, um die Rettungsaktion zu verfolgen, berichtete das «Wall Street Journal». Auf Videoaufnahmen sei zu sehen, wie Iraner in die Luft feuerten und versuchten, US-Hubschrauber abzuschießen, die den an der Rettungsaktion beteiligten Hubschraubern ähnelten, hieß es.
Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte die Führung in Teheran dies nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können. Wäre das Crew-Mitglied in Gefangenschaft geraten und wären Bilder davon veröffentlicht worden, hätte dies zudem die ohnehin schon kritische Haltung der amerikanischen Öffentlichkeit zum Krieg weiter negativ beeinflusst, hatte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, der BBC gesagt.