Mehr als drei Jahrzehnte blieb der "Karnevalsmord" an Petra Nohl ungelöst. Wie es den Ermittlern schließlich gelang, den Mörder zu schnappen, zeigt eine neue Folge "XY gelöst".
Wie so viele andere schmeißt sich auch die 24-jährige Petra Nohl am 13. Februar 1988 in Schale, um den Kölner Karneval ausgiebig zu feiern. Am nächsten Morgen ist die Mutter einer kleinen Tochter tot. Sofort ist klar: Sie wurde ermordet. Doch die Polizei kommt dem Täter jahrzehntelang nicht auf die Spur.
Erst mehr als 30 Jahre später gelingt es den Ermittlerinnen und Ermittlern, den Mörder zu schnappen. Für die inzwischen erwachsene Tochter von Petra bedeutet das "ein Fünkchen Gerechtigkeit", wie sie in einer neuen Folge "XY gelöst" im ZDF erzählt.
Kati (Name geändert) war nicht einmal zwei Jahre alt, als ihre Mutter so brutal aus dem Leben gerissen wurde. "Ich kann mich überhaupt nicht an meine Mutter erinnern, leider", sagt sie. "Sie war ein fröhlicher Mensch", habe ihr Vater erzählt, erinnert sich die inzwischen 36-Jährige. Und: "Ich war ihr Ein und Alles."
Petra Nohl wollte Karneval feiern
Petra und Thorsten (Name geändert), der Vater von Kati, lebten damals getrennt. An jenem Karnevalssamstag 1988 ging die 24-Jährige mit zwei Freundinnen feiern, während ihre Tochter den Abend bei Thorsten verbringen sollte. In der Discothek "Chari-Vari" trinken, tanzen und lachen die drei Frauen bis in die Morgenstunden. Irgendwann werden Petras Freundinnen müde und wollen nach Hause gehen, doch die junge Mutter hat noch nicht genug. Nachdem sie ihren Begleiterinnen verspricht, ein Taxi zu nehmen, macht sie sich auf den Weg zum Club "Big Ben".
Doch Petra steigt in kein Taxi, sondern geht den kurzen Weg gegen 4.15 Uhr zu Fuß. Es sind nur noch etwa 800 Meter bis zum "Big Ben", da wird sie vermutlich von hinten angegriffen. Der Täter schlägt, tritt und würgt sie mehr als 30 Mal und lässt sie tot hinter einem Bierwagen liegen. Die Tasche mit Petras Geldbeutel nimmt er mit.
"Mein Vater hat mich vor allem gewarnt"
Am nächsten Morgen entdeckt eine Passantin die Leiche der 24-Jährigen. In Zeitungsbildern ist später zu sehen, wie der Leichenwagen mit Petra eine kurze Zeit im Zug mitfahren musste. Die Kölner Mordkommission beginnt zu ermitteln: Hat einer der Männer, mit denen Petra im "Chari-Vari" getanzt hat, etwas mit ihrem Tod zu tun? Und was ist mit ihrem Ex-Mann Thorsten? Doch die Spuren führen ins Nichts. Keiner der Männer aus dem Club scheint verdächtig und Katis Vater hat ein Alibi und kein Motiv. Auch die gesicherten Faserspuren bringen das Ermittler-Team nicht weiter. Der Fall landet bei den Akten.
Indes leidet Petras Familie unter ihrem plötzlichen Tod. "Mein Vater war total überfordert mit der Situation. Ich habe viel geweint, ich habe viel geschrien und habe stark meine Mutter vermisst", erzählt Kati. Von diesem verhängnisvollen Tag an ist Angst ein ständiger Begleiter in ihrem Leben: "Mein Vater hat mich vor allem gewarnt, dass überall die Gefahr lauert." Der ist nach dem Mord an seiner Ex-Frau nie wieder derselbe. "Er hat immer viel in der Vergangenheit gelebt und das hat den krank gemacht. Das ist wie so ein gebrochenes Herz. Und daran ist er auch gestorben", glaubt seine Tochter.