Wie ein Tanzfilm auf beiden Seiten der Mauer zum Kulthit wurde

1 Min
Die Zeit meines Lebens - "Dirty Dancing" in Ost und West
Für die Doku suchte man beinahe 35 Jahre nach dem Kinostart von "Dirty Dancing" Fans der ersten Stunde auf. Uwe Heine-Hawley brachte 1988 als Tanzlehrer Bettina Jäger die richtigen Schritte bei. Ob die beiden sie heute noch draufhaben?
MDR/Axel Thiede
Die Zeit meines Lebens - "Dirty Dancing" in Ost und West
Das Kino International war bis 1990 das Premierenkino Ost-Berlins. 1989 lief hier erstmals in der DDR "Dirty Dancing", und das Publikum war, noch mehr als im Westen, begeistert.
MDR/Frank Gutsche
Die Zeit meines Lebens - "Dirty Dancing" in Ost und West
Moderatorin Victoria Herrmann (rechts) trifft sich für die Doku mit Christine Weigand. Sie war 1989 die Leiterin des Kino International, dem Premierenkino in Ost-Berlin, als "Dirty Dancing" im Sommer vor dem Mauerfall hier DDR-Premiere feierte. An die Begeisterung, die der Film damals auslöste, kann sie sich noch gut erinnern.
MDR/Frank Gutsche
Die Zeit meines Lebens - "Dirty Dancing" in Ost und West
Jana Raschmann (links), Matthias Freydank und Cosima Heinold kommen aus Potsdam und kennen sich seit ihren Jugendjahren. Auch sie wurden damals, 1989, vom "Dirty Dancing"-Fieber gepackt.
MDR/Frank Gutsche
Die Zeit meines Lebens - "Dirty Dancing" in Ost und West
Bis heute lassen sich die Fans von der Musik, den Tanzszenen und der Liebesgeschichte zwischen Johnny und "Baby" in "Dirty Dancing" mitreißen, so wie hier bei einem Open-Air-Kinoabend in Dresden.
MDR/Oliver Gurr
Dirty Dancing
Nicht nur der Film mit Jennifer Grey und Patrick Swayze wurde in vielen Ländern ein Megahit, auch der Soundtrack zu "Dirty Dancing" wurde weltweit über 32 Millionen Mal verkauft - bisher.
Sony Music

1987 wurde der Tanzfilm "Dirty Dancing" völlig überraschend zum Megahit in West-Deutschland, zwei Jahre später im Sommer auch in der kurz vor dem großen Umbruch stehenden DDR. Zeitzeugen und Fans der ersten Stunde erinnern sich in der Doku lebhaft, was "Dirty Dancing" ihnen bedeutet.

Manchmal entwickeln sich Filme zum generationenübergreifenden Kulthit, von denen es die Macher vermutlich niemals geahnt hätten. Ein solcher Überraschungserfolg war "Dirty Dancing", den ein kleiner Filmverleih 1987 wenig optimistisch nach West-Deutschland holte. Zuerst wurden dort die jungen Zuschauer und Zuschauerinnen vom "Dirty Dancing"-Fieber gepackt und stürmten oft gleich mehrere Male ins Kino, um das "Schmutzige Tanzen" des hüftschwingenden Tanzlehrers Johnny (Patrick Swayze) und der unbedarften Schülerin Frances, genannt "Baby" (Jennifer Grey), noch einmal zu sehen. 1989, im Sommer vor dem Mauerfall, erwischte es auch das DDR-Publikum.

Und, Überraschung: Hier wollten sogar noch mehr Jugendliche die heiß aufgeladene Romeo-und-Julia-Geschichte zwischen der Arzttochter und dem Proleten in einem US-Ferienresort der Sechzigerjahre verfolgen als im Westen. Der im MDR wiederholte Dokumentarfilm "Die Zeit meines Lebens - Dirty Dancing in Ost und West" (2021, Regie: Frank Zintner) erinnert an damals und versucht sich an einer Erklärung für den Erfolg des Films, der die Menschen erst ins Kino und anschließend in die Tanzschule lockte, um sich wie Johnny und "Baby" dem schmutzigen Tanz hinzugeben. Fans der ersten Stunde kommen dabei ebenso zu Wort wie solche, die 1987 noch lange nicht geboren waren. Charlotte etwa ist 19 und meint, in "Baby" eine Feministin zu erkennen. Auch auf diese Erklärung darf man gespannt sein!

Die Zeit meines Lebens - "Dirty Dancing" in Ost und West - Di. 30.06. - MDR: 22.10 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst