In Nürnberg wird diese Woche fünfmal "Das perfekte Dinner" gekocht. Den Auftakt macht Musti mit türkischer Kulinarik. Sein Drei-Gänge-Menü widmet er seinem kürzlich verstorbenen Vater - und wird dabei immer wieder von Emotionen überwältigt ...
Mustis (47) Motivation, beim "perfekten Dinner" mitzumachen: "Neue Leute kennenzulernen und bisschen kulinarisch auszutauschen." Außerdem: "Nürnberg zu präsentieren." Den Tisch hat er vorab schon akkurat gedeckt: "Drei Zentimeter der Tellerabstand, alles maßgemessen." So penibel ist er aber nur heute: "Das heißt ja: perfektes Dinner, und da wollte ich nichts dem Zufall überlassen."
In Ankara geboren, lebt der IT-Wirtschaftsinformatiker seit 26 Jahren der Liebe wegen in Deutschland. "Mein Vater ist leider im Mai verstorben, der war Hoteldirektor", erzählt Musti von seiner Kindheit im Hotel direkt am Strand in der Türkei. "Der hat immer gerne gekocht. Viele Tipps und Tricks habe ich von ihm gelernt." Deshalb: "Die Teilnahme widme ich quasi meinem Vater." Eigentlich sollte ihm seine Tochter helfen, "aber ihr Freund hat beide Arme gebrochen und er wird heute operiert". Jetzt muss Musti eben alleine alles für sein Drei-Gänge-Menü mit dem Motto "Von Granatapfel bis Engelshaar" vorbereiten. Es gibt:
- Vorspeise: Auberginenpoesie mit Granatapfel - Burrata / Petersilie / Eigelb
- Hauptspeise: Surf & Turf auf goldener Pasta
- Nachspeise: Mozzarella im himmlischen Netz, dazu Pistazien-Parfait
Wie man am Dialekt schnell merkt: Kevin (34), Elena (37), Richi (45) und Martina (60) sind waschechte Franken. Elena hat zum Thema Hilfe beim Kochen eine klare Meinung: "Wenn jemand eine Schnibbelhilfe hat, dann müsste ich tatsächlich überlegen, ob das ein halber bis ganzer Punktabzug ist." Das bringt Kevin ins Grübeln, denn er bekommt gleich doppelte Küchenunterstützung.
Lieblingsobst des Vaters im Aperitif
Bei der Zubereitung des Granatapfel-Spritz kommen Musti die Tränen. "Das war sein Lieblingsobst", denkt er an seinen Vater. "Ich bin ein bisschen emotional", trocknet er sich die Augen. Der Verlust ist ja noch nicht so lange her: "Er wäre wahrscheinlich stolz auf mich. Ihm zu Ehren mache ich sowas mit."
Dann klingeln die Gäste. "Gott sei Dank, Damen sind auch dabei", begrüßt Musti alle mit einem Strahlen im Gesicht. "Ich habe mich den ganzen Tag so auf euch gefreut!" Er reicht eine türkische Süßigkeit: "Man sagt: Isst man süß, spricht man süß." Elena gefällt der Brauch: "Das zeigt seine Herzlichkeit." Beim Aperitif erzählt Musti, dass er das Menü seinem Vater widmet: "Der ist leider im Mai verstorben." Nach dem emotionalen Moment hebt er sein Glas: "Lasst uns auf ihn trinken!" Martina zeigt Mitgefühl: "Da ist man halt gleich so ein bisschen ergriffen." Auch Richi muss ein wenig schlucken: "Das hat mich auch gleich mitgenommen."
Richi findet: "Die Auberginenpoesie war eine Poesie"
Die Auberginen-Türmchen mit gebeiztem Ei richtet Musti ansehnlich auf die Teller. "Wunderschön! Ganz, ganz toll", findet Martina. "Die Auberginenpoesie war eine Poesie", überzeugt die Vorspeise Richi auch geschmacklich. "Das Eigelb war mal eine neue Konsistenz", hat Kevin so ein gebeiztes Ei noch nie zuvor gegessen.