"Das ist ungerecht!" - TK-Chef bringt Warken mit "Bankräuber"-Vergleich in Bedrängnis

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Maybrit Illner - 16.07.2026
"Da gibt es nichts schönzureden": Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) musste einräumen, dass es nach wie vor große Ungerechtigkeiten bei den Krankenkassenkosten der Grundsicherungsempfänger gibt.
ZDF/Svea Pietschmann

Beim komplexen Thema Gesundheitsreform stand bei Maybrit Illner auf einmal ein "Bankräuber-Vorwurf" im Raum. Die zuständige Ministerin Nina Warken geriet in Bedrängnis - und räumte Missstände ein.

Die Bundesregierung als eine Horde Bankräuber: Mit drastischen Worten kritisierte Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, am Donnerstag im ZDF-Talk von Maybrit Illner die Merz-Regierung. In der Sendung ging es um die Reform des Gesundheitssystems. Und was Baas derart auf die Palme brachte, war ein zuletzt viel diskutiertes Detail des Gesetzes: dass die Versicherten auch in Zukunft einen Großteil der Krankenkassenkosten der Grundsicherungsempfänger übernehmen müssen.

Eigentlich sei das "natürlich eine staatliche Aufgabe", so Baas. Tatsächlich aber übernehme der Staat nur ein Drittel der Kosten, den Rest müssten die Beitragszahler schultern. "Der Staat macht sich einen schlanken Fuß", so Baas, "und die Versicherten müssen es zahlen". Ihn erinnere das Vorgehen an einen Bankräuber, der wisse, dass es falsch sei, eine Bank zu überfallen, sich aber einrede, "ich brauche das Geld halt".

"Wie antworten Sie auf diesen Bankräuber-Vorwurf, Frau Warken?", wollte Illner von der anwesenden Gesundheitsministerin wissen, Nina Warken von der CDU. Diese entgegnete: "Es ist ein Problem, das schon Jahre bekannt ist" und jetzt endlich angegangen werde. "Jetzt steigen wir erstmal stärker ein in die Übernahme der Kosten für die Bürgergeldempfänger." Die Ministerin räumte allerdings ein, dass das noch zu wenig sei, "da gibt es nichts schönzureden" - zumal Baas noch auf eine andere, "sehr große" Gefahr hinwies: dass Besserverdienende wegen der steigenden Abgaben von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln werden. Dann hätte das System noch weniger Beitragszahler.

Sehen Sie die "Maybrit Illner"-Sendung in voller Länge jederzeit hier: https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner.

Quelle: teleschau – der mediendienst