TV-Doku enthüllt, wie ein Wort Putin zur russischen Präsidentschaft verhalf

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Wladimir Putin
Seit 14 Jahren regiert Wladimir Putin Russland als Präsident. Zuvor hatte er dieses Amt schon zwischen 1999 und 2008 bekleidet.
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1999 wurde Wladimir Putin erstmals zum russischen Präsidenten gewählt. Eine TV-Doku zeigt nun, wie ein Wort dazu beitrug, dass seine Beliebtheitswerte damals "durch die Decke" gingen.

Seit 14 Jahren ist Wladimir Putin als Präsident Russlands im Amt. Doch schon zuvor, zwischen 1999 und 2008, regierte er das Land. Wie dem einstigen KGB-Agenten aus bescheidenen Verhältnissen dieser einmalige politische Aufstieg gelang, umreißt die TV-Dokumentation "Putins Russland" (ab sofort bei Sky und WOW verfügbar). Eine entscheidende Rolle spielte dabei das russische Wort "мочить" (Aussprache: matschít). Es entstammt dem Gangsterslang und bedeutet so viel wie liquidieren.

Um zu verstehen, weshalb dieser Ausdruck Putins Weg an die Spitze der Macht ebnete, braucht es einen Blick zurück auf das Jahr 1999. Damals wurden im September zwei verheerende Bombenattentate auf Moskauer Wohnblocks verübt. 216 Menschen starben. "Wir hatten es eindeutig mit einer Reihe von Terrorakten zu tun", blickt Investigativjournalist David Satter in der dreiteiligen Doku zurück. Die Behörden hätten tschetschenische Terroristen als Verursacher ausgemacht, wenn auch ohne Beweise. "Das war der Öffentlichkeit anscheinend egal."

"Putins Beliebtheitswerte gingen durch die Decke"

Putin, der damals von Präsident Jelzin bereits zum Ministerpräsidenten gemacht und als Präsidentschaftsnachfolger auserkoren worden war, wusste diese Lage für sich zu nutzen. Den mutmaßlichen tschetschenischen Drahtziehern drohte er mit Vergeltung und bereitete damit den Grund für den zweiten Tschetschenienkrieg, der zwei Wochen nach den Anschlägen auf Moskau startete.

Die Drohung formulierte Putin aber nicht irgendwie, sondern er benutzte den oben erwähnten Ausdruck, "мочить" (Aussprache: matschít). "Putins Beliebtheitswerte gingen durch die Decke. Er galt als Retter des Landes, als Verteidiger der Heimat", beschreibt David Satter die Folge dieses Kommunikationsstils. Auch deshalb fuhr Putin bei den Wahlen Ende 1999 die absolute Mehrheit ein und wurde im ersten Wahlgang Jelzins Nachfolger als russischer Präsident.

Unternehmer über Putin: "Er war ein eher dröger und humorloser Mann"

Zu diesem Zeitpunkt hatte der damals 47-Jährige schon eine eindrucksvolle politische Karriere hinter sich. Nach seiner Zeit beim KGB, die Wladimir Putin vor dem Mauerfall auch nach Dresden geführt hatte, fand er in St. Petersburg ein politisches Zuhause. Dort sei er "eine Art Schattenmann" für den regierenden Bürgermeister Anatolij Sobtschak gewesen, erklärt Franz Sedelmayer. Der Unternehmer habe damals aufgrund geschäftlicher Probleme Kontakt zu Putin aufgenommen: "Er war ein eher dröger und humorloser Mann."

Doch schon damals kämpfte der Politiker unnachgiebig für seine Ziele. "Er ist eine Bulldogge. Er greift sich, was er will", umreißt es Jack Gosnell, einstiger US-Generalkonsul. "In St. Petersburg gab es eine kuschelige Verbindung zwischen Demokraten und Verbrechern", blickt Gleb Pawlowski, der einst Jelzin wie Putin beriet, zurück. "Leute aus dem Büro des Bürgermeisters trafen sich mit Gangstern." Doch 1996 folgte mit der Abwahl Sobtschaks eine Zäsur, die Putins Weltansicht laut Sedelmayer nachhaltig beeinflusste: "Sobtschaks Niederlage machte deutlich, dass demokratische Wahlen gefährlich sind, wenn normale Bürger abstimmen dürfen."

Weil Wladimir Putin durch die Wahlniederlage "alles verlor" (Autor Alexander Rohr), siedelte er samt Familie nach Moskau über. Dort arbeitete er sich im Umfeld von Boris Jelzin Stück für Stück nach oben. Ein Umfeld, in dem Korruption laut Historiker Mark Galeotti "allgegenwärtig" war: "Geschäftsleute konnten die Dienste des Geheimdienstes einfach kaufen." Putin bestreitet bis heute, jemals korrupt geworden zu sein. So oder so schritt sein politischer Aufstieg rasant voran: 1998 FSB-Direktor, 1999 Ministerpräsident und Ende 1999 schließlich russischer Präsident.

Quelle: teleschau – der mediendienst