"Das fühlt sich nicht sehr schön an und tut ein bisschen weh, diesen Adler zu verlieren. Denn der hat richtig mit mir gelebt - 70 Jahre ist eine lange Zeit", wurde Ingeborg traurig, bevor sie in den Händlerraum ging. Dort stritt man sich hingegen, um welches Tier es sich eigentlich handelte. Julian Schmitz-Avila vertrat die Meinung: ein Pinguin.
"Mir gefällt die Geschichte mehr als der Vogel"
Kollege David Suppes tippte eher auf Adler. "Wunderschön", fand er die glasierte Keramik aus den 1950er Jahren - vor allem die berührende Geschichte dazu, die Ingeborg auch im Händlerraum erzählte: "Der Vater der Austauschschülerin war ein jüdischer Kaufmann, der aus Estland nach Finnland fliehen musste. Von ihm ist das Gastgeschenk." "Tolle Geschichte", fühlte Suppes mit Ingeborg mit. "Da haben Sie etwas Gutes geschenkt bekommen, denn das stammt von Arabia, der größten Keramikfirma Finnlands", ergänzte Schmitz-Avila. Doch Lehnertz bot als Erster. 80 Euro "für den Papagei", pöbelte er, denn: "Mir gefällt die Geschichte mehr als der Vogel." Die Verkäuferin schaute irritiert.
"Tiere sind immer sehr gesucht", nahm Elisabeth Nüdling die Skulptur in Schutz und erhöhte auf 100 Euro. "Der ist minimalistisch und passt überall hin", unterstützte auch Suppes und bot gleich danach 120 Euro. Jos van Katwijk hatte ebenfalls Interesse an dem Stück, doch da pflaumte Lehnertz wieder: "Nach Holland geht der nicht."
Nachdem die Verkäuferin den Preis aus der Expertise verraten hatte, kam noch mehr Schwung in das Bietergefecht. Am Ende bot Suppes 310 Euro "für das wunderschöne Design und auch für den Hintergrund des Objekts". Ingeborg gab schwermütig den Zuschlag und gestand nach der Sendung etwas traurig: "Ich werde den Adler vermissen."
Elisabeth Nüdling kauft Ring für 3.300 Euro
Als weiteres Objekt der Sendung wurde ein Kamera-Set "Rapid Photo-Hobby" von Agfa, samt Entwickler-Box, um Fotos zu Hause zu entwickeln, von Sven Deutschmanek zwischen 1965 und 1973 datiert. Gewünscht wurden 95 Euro. Der Experte schätzte den Wert auf 80 bis 100 Euro. David Suppes zahlte sogar 300 Euro.
Einen Ring aus 750er Gold, mit großem Rubellit (39 Karat) und Diamanten (0,8 Karat) datierte Heide Rezepa-Zabel in den 1960er Jahren. Der Wunschpreis lag bei 4.000 bis 5.000 Euro. Die Expertin schätzte 5.000 bis 6.500 Euro und Elisabeth Nüdling zahlte schließlich 3.300 Euro.
Der Kerzenleuchter war laut Bianca Berding ein Jugendstil-Objekt des bekannten deutschen Keramikers Max Laeuger. Als Wunschpreis für den handgemalten Leuchter der Tonwerke Kandern (1910-1913) nannte die Verkäuferin 500 Euro. Berding taxierte 500 bis 600 Euro und David Suppes zahlte 450 Euro.
Bei einem Gartenzwerg ("Gnome") handelte es sich um einen Hocker mit Namen "Napoleon" vom Design-Unternehmen Kartell aus Mailand (Entwurf Philippe Starck). Für den Gnome-Hocker aus den 1990er Jahren wünschte sich die Verkäuferin 50 bis 80 Euro. Deutschmanek taxierte 150 bis 200 Euro. Walter Lehnertz zahlte 120 Euro.
Quelle: teleschau – der mediendienst