Paramount+ schickt die von Guy Ritchie mitverantwortete, starbesetzte Gangsterserie "MobLand" in eine zweite Staffel, während WOW die fiktionalisierte Geschichte von Shakespeares einzigem Sohn "Hamnet" erzählt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.
Gerade erst startete die zweite Staffel von Guy Ritchies Gangsterserie "The Gentlemen" bei Netflix, schon geht bei "Paramount+" auch "MobLand" (Showrunner: Ronan Bennett) in die zweite Runde. Ritchie ist als ausführender Produzent beteiligt und führte erneut bei den ersten beiden Episoden Regie. Über 26 Millionen Menschen weltweit verfolgten die Machenschaften der in Nord-London agierenden irischen Mobster-Familie Harrigan in Staffel eins. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
"MobLand", Staffel zwei - Paramount+
Zehn neue Episoden erwarten Fans von "MobLand" in der zweiten Staffel. Diese erscheinen ab Freitag, 18. September, wöchentlich bei Paramount+. Die Altstars Pierce Brosnan und Helen Mirren mögen als Conrad und Maeve Harrigan die Oberhäupter des Syndikats sein. Hauptperson und Star der Serie aber ist Harry Da Souza (Tom Hardy), ihr "Fixer". Ihm ist es zu verdanken, dass bei den Drogengeschäften der Familie Gegner und Verräter immer wieder rechtzeitig ausgeschaltet werden konnten. Am Ende der ersten Staffel verhalf Harry ihr so zur alleinigen Macht im Revier.
Dass Conrad und Maeve im Gefängnis landeten, konnte zwar auch Harry nicht verhindern, aber es verwundert kaum, dass sie zu Beginn der zweiten Staffel wieder auf freiem Fuß sind. Ihre alten Geschäftsfelder sind jedoch zerschlagen, neue müssen her. Und so dauert es keine zehn Minuten, bis Conrad das erste Blutbad anrichtet. "Jetzt regiert das Chaos", lautet der Slogan in der Ankündigung der zweiten Staffel. Hat es das nicht schon zuvor, fragt man sich da. Doch zu bereits bekannten kommen nun neue Gegner, Maulwürfe und potenzielle Geschäftspartner hinzu. Die ärgsten Feinde der Harrigans allerdings finden sich in der eigenen Familie.
Nicht nur die narzisstische Maeve möchte zur "Königin" des Imperiums werden - mithilfe ihres Spielballs Eddie (Anson Boon). Die Info, dass nicht Maeves und Conrads Sohn Kevin (Paddy Considine) sein Vater ist, sondern Conrad, traf den unberechenbaren Junkie im Staffelfinale hart. Man kann davon ausgehen, dass Eddie diese Info nicht für kluge Entscheidungen nutzen wird. Auch Sohn Kevin will der Boss sein, und so bekriegen sich Vater und Sohn auf grotesk kindische Weise und ziehen dabei gefährlicherweise potenzielle neue Geschäftspartner mit hinein. Harry versucht ihnen klarzumachen, dass sich die Familie längst in einer "Todesspirale" befinde, von Haien umgeben sei und vor ihren Gegnern als Einheit auftreten müsse.
"Hamnet" - WOW
Laien könnten zunächst vielleicht einen Tippfehler vermuten. Doch die Chloé Zhaos preisgekrönter Shakespeare-Film (unter anderem zwei Golden Globe und ein Oscar für Hauptdarstellerin Jessie Buckley) heißt tatsächlich "Hamnet" und nicht "Hamlet". Der Titel des Films, der ab Samstag, 19. September, bei WOW abrufbar ist, bezieht sich auf Hamnet Shakespeare, den einzigen Sohn des legendären Dichters. Über besagten Hamnet Shakespeare ist nicht viel mehr verlässlich dokumentiert, als dass er früh gestorben ist. Die Autorin Maggie O'Farrell baute auf den wenigen belegten Fakten trotzdem den sehr erfolgreichen und vielfach ausgezeichneten fiktionalisierten Roman "Judith und Hamnet" auf, der unter Produktion von Steven Spielberg nun verfilmt wurde.
Die Geschichte beginnt in Stratford-upon-Avon, der heute weltberühmten britischen Kleinstadt. William Shakespeare (Paul Mescal) arbeitet dort in den 1580er-Jahren, vor seinem Durchbruch in der Londoner Theaterszene, als Lateinlehrer und lebt in einer Beziehung mit Agnes (Jessie Buckley). Irgendwann kommt Tochter Susanna zur Welt, dann folgen die Zwillinge Judith und Hamnet. Doch bald zieht es William nach London ans Theater. Chloé Zhao, die das Drehbuch zu "Hamnet" gemeinsam mit Maggie O'Farrell schrieb, liefert mit ihrem ersten Film nach dem Marvel-Projekt "Eternals" (2021) eine historische Tragödie, die bewusst dramatisiert und zwischen Pest, familiären Tragödien und der Entstehung von Shakespeares "größtem Meisterwerk" auch viel spekuliert. Es ist, wie so oft, wenn Shakespeare verfilmt wird, eher nichts für die Gelehrten. Aber doch große Filmkunst.
"City of Blood" - Disney+
Während "Babylon Berlin" im Ersten zu Ende geht, startet bei Disney+ beinahe eine Art Fortsetzung der Niedergangsgeschichte der Weimarer Republik: "City of Blood" (alle acht Folgen ab Mittwoch, 16. September) weidet sich mit ähnlichem Staraufgebot und den Mitteln des Sci-Fi- und Horrorgenres ebenso am deutschen Untergang.