Im April traf der Supertaifun Sinlaku mit voller Wucht die Pazifik-Insel Saipan. Dort befand sich zum damaligen Zeitpunkt auch ein "Galileo"-Filmteam, das dem Sturm "einfach ausgeliefert" war - und sich spontan dazu entschloss, die beängstigenden Erlebnisse mit der Kamera festzuhalten.
Eigentlich, heißt es zu Beginn des Beitrags, habe das "Galileo X-Plorer"-Team einen Film über den Marianengraben produzieren wollen. Nur: "Manchmal passieren Dinge im Leben, die man nicht vorhersehen kann." So fasst Redakteur Tim Grübl das zusammen, was ihm und seinen Kollegen im April während der Dreharbeiten auf der Insel Saipan widerfuhr: Sie gerieten mitten ins Auge des Supertaifuns Sinlaku. Ihre Erlebnisse während des Sturms haben die drei Männer filmisch festgehalten.
Als ihr Flug nach Beendigung des eigentlichen Drehs wegen eines Unwetters storniert worden sei, hätten sie sich zunächst noch über den freien Tag gefreut. "Die Stimmung war da auch ziemlich gut", erinnert sich Tim Grübl im Rückblick. Am nächsten Morgen jedoch seien bereits die Fenster des Hotels verbarrikadiert gewesen - der Supertaifun Sinlaku rollte auf die Insel zu.
"Ich war erst mal total geschockt", erzählt Grübl, "Wir haben uns natürlich im Vorfeld informiert. Und es war keine Taifunsaison." Es sei nicht mehr möglich gewesen, Saipan zu verlassen: "Wir waren dem dann in dem Moment einfach ausgeliefert. Wenn da so eine Naturgewalt auf dich zurollt - auf so einer kleinen Insel mitten im Pazifik - dann wird dir komplett anders."
"Nachts um zwei ist dann das Schlimmste passiert, was eigentlich passieren konnte"
Schon bald habe das Hotel alle Gäste aufgefordert, sich auf die Zimmer zu begeben. Per Anruf seien sie angewiesen worden, das Zimmer nur dann zu verlassen, wenn der sogenannte Evakuierungsalarm zu hören sei. Dieser ertöne nur dann, wenn ein Tsunami sich auf das Gebäude zubewege, selbiges brenne oder zusammenbreche.
Und tatsächlich: "Nachts um zwei ist dann das Schlimmste passiert, was eigentlich passieren konnte", schildert Tim Grübl. Er sei "komplett panisch geworden", als er den Evakuierungsalarm gehört habe: "Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich wirklich Todesangst hatte."
Obwohl es sich um einen Fehlalarm gehandelt habe - das Nachbarhotel brannte - mussten die Gäste zunächst in der Hotellobby bleiben. Währenddessen, erinnert sich Tonmann Samuel Kaufmann, sei plötzlich das Bauwerk ins Wanken geraten: "Wir sitzen in einem achtstöckigen Riesen-Hotel und dieses ganze Gebäude hat gewackelt", erzählt er. "Nicht, weil die Erde wackelt, sondern weil einfach der Wind so sehr dran rüttelt, dass dieses riesige Stahlbetonmonster gewackelt hat."
Das wahre Ausmaß des Sturms bekamen die drei ProSieben-Mitarbeiter jedoch erst am darauffolgenden Morgen zu Gesicht. Nach einer schlaflosen Nacht sei bei einem ersten Blick vom Balkon aus schnell ersichtlich geworden, dass innerhalb der Stadt "nichts mehr so wie vorher" sei: "Mich hat das wahnsinnig bestürzt. Wir kannten das ja eine Woche lang als das absolute Paradies", erklärt Kameramann Daniel Ritter.