Druckartikel: Trotz Vorwürfen nach Bas-Rücktritt: SPD-Generalsekretär glaubt nicht an "nachhaltige Auswirkungen" auf Koalition

Trotz Vorwürfen nach Bas-Rücktritt: SPD-Generalsekretär glaubt nicht an "nachhaltige Auswirkungen" auf Koalition


Autor: Franziska Wenzlick

, Dienstag, 13. Oktober 2026

Ihren Rücktritt begründete Bärbel Bas unter anderem mit Angriffen durch den Koalitionspartner. Auch im ZDF-"Morgenmagazin" bekräftigte SPD-Generalsekretär nun die Vorwürfe gegen die Union - gab sich bezüglich der weiteren Zusammenarbeit aber optimistisch.


Es sei "total menschlich, was da gerade passiert", sagt Tim Klüssendorf in Bezug auf die Empörung, die seit dem Rücktritt von Bärbel Bas seitens der SPD zu vernehmen ist. "In diesem Fall geht es um die Solidarität der SPD mit ihrer Vorsitzenden", erklärt der Generalsekretär der Partei am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Man wolle "deutlich machen, dass wir nicht nur an ihrer Seite stehen, sondern uns auch vor sie stellen und sagen: So geht es nicht."

Die nun ehemalige Bundesarbeitsministerin hatte ihren Rückzug am Montag einerseits mit dem Tod ihrer Stieftochter, andererseits aber auch mit "öffentlichen Angriffen" - unter anderem "aus den Reihen des Koalitionspartners" - begründet. Diesen Vorwurf gegen die Union bekräftigte Klüssendorf nun im Moma. Zwar wolle er "nicht sagen, dass das jetzt irgendwelche nachhaltigen Auswirkungen auf diese Koalition" habe. Schließlich wolle und müsse man zusammen weiterregieren. Gleichwohl sei der Umgang im politischen Berlin "nicht gerade vorbildlich in den meisten Fällen".

Klüssendorf fordert "Rücksicht" des Koalitionspartners

Dabei gehe es dem Sozialdemokraten zufolge "auch immer darum, andere dann in persönlichen Schwächemomenten zu treffen". Genau dies sei im Fall von Bärbel Bas geschehen. Laut Klüssendorf habe "jeder" von ihrer persönlichen Situation gewusst. Während sich die nun zurückgetretene SPD-Chefin in ihrem Heimatort Duisburg um die Hospizbegleitung ihrer kranken Stieftochter gekümmert habe, sei es zwar nicht zu Angriffen "in einer besonders aggressiven Sprache" gekommen, wohl aber zu bewusst platzierten Appellen. Zuletzt war Bas vonseiten einzelner Unionspolitiker vorgeworfen worden, Gesetzentwürfe wie den zur geplanten Rentenreform zu verschleppen.

Dies sei "im Wissen" geschehen, "dass sie gerade zunächst diese Betreuung und dann aber auch Trauerarbeit hat", klagt Klüssendorf. "Und das ist etwas, das aus meiner Sicht nicht geht." Man könne unter derartigen Umständen erwarten, "dass gerade der Koalitionspartner - der, mit dem man zusammenarbeitet - darauf Rücksicht nimmt".

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Quelle: teleschau – der mediendienst