"Da hast du auch wieder recht", stimmte Lichter zu und fragte nach dem Wunschpreis: 200 bis 300 Euro. Das sah Deutschmanek genauso und taxierte die von "Jahrhundert-Musikerin" Tina Turner unterzeichnete Identitätsbescheinigung ebenfalls auf 200 bis 300 Euro. Denn "das ist außergewöhnlich", fasste der Experte zusammen.
"Geht da noch ein bisschen mehr?"
Auch im Händlerraum stoß Rolands einmaliges Autogramm samt seiner Biografie als politischer DDR-Häftling 1988 auf großes Interesse. David Suppes studierte ganz gebannt das "schöne Zeitzeugnis" und urteilte: "Eine tolle Geschichte." Doch Jos van Katwijk stellte dem Verkäufer dieselbe Frage wie Horst Lichter: "Warum verkaufen Sie das?"
"Ich habe genug Erinnerungen an diese bewegte Zeit", erklärte der Verkäufer. Das konnte Händlerin Elisabeth Nüdling verstehen. Zudem "gibt es so viele Riesen-Tina-Turner-Fans - jetzt wo sie nicht mehr unter uns ist, sogar noch mehr", unterstützte sie Rolands Entscheidung, sich von seinem historischen DDR-Dokument zu trennen.
Walter Lehnertz eröffnete mit einem Gebot von 80 Euro. Julian Schmitz-Avila legte auf 100 Euro nach, worauf Lehnertz auf 120 Euro erhöhte. Trotz der historischen Bedeutung des Dokuments schien zunächst kein höheres Gebot zustande zu kommen - doch für den Verkäufer waren 120 Euro deutlich zu wenig für sein wertvolles Stück DDR-Zeitgeschichte.
Schmitz-Avila erhöhte schließlich auf 150 Euro. Doch danach erklärte Lehnertz: "Jetzt bin ich raus." Roland hakte noch einmal nach: "Geht da noch ein bisschen mehr?" Höchstbietender Schmitz-Avila überlegte kurz und sagte dann ehrfürchtig: "Dann gebe ich Ihnen glatt 200." Damit war der Verkäufer einverstanden und erteilte den Zuschlag.
"Bares für Rares": Das waren die weiteren Objekte der Sendung
Als weiteres Objekt der Sendung wurde ein Salz- und Pfefferstreuer-Set im Space-Age-Design von Sven Deutschmanek in den 1960er- bis 1970er-Jahren datiert. Für die Streuer von Quist wünschten sich die Verkäuferinnen 60 bis 80 Euro. Der Experte taxierte 40 bis 60 Euro. David Suppes zahlte 50 Euro.
Antike Ohrhänger aus 625er Gold aus England datierte Heide Rezepa-Zabel in den 1870er-Jahren. Gewünscht wurden 520 Euro, die Expertin taxierte höher auf 750 bis 900 Euro, denn "Ohrhänger aus der Zeit sind selten". Elisabeth Nüdling zahlte 700 Euro und freute sich riesig: "Das ist ja wie ein Sechser mit Zusatzzahl."
Eine Bronzestatuette stammte laut Bianca Berding im Entwurf um 1890 von dem französischen Bildhauer Henri Levasseur und war Anfang des 20. Jahrhunderts in Paris gegossen worden. Der Verkäufer wünschte sich 800 Euro. Berding schätzte 2.000 bis 2.500 Euro und Händler Suppes zahlte 1.800 Euro für die Schutzpatronin der Arbeit.
Ein Armband war Heide Rezepa-Zabel zufolge aus "hauchdünn gewalztem 585er Goldblech" wohl zwischen 1845 und 1855 gefertigt worden. Gewünscht wurden nur 150 Euro. Doch bei einem Goldwert von 1.300 Euro taxierte die Expertin insgesamt 1.300 bis 1.600 Euro. Suppes zahlte 1.300 Euro.
Quelle: teleschau – der mediendienst