"Ist Söder auserzählt?": CSU-Vize Manfred Weber gerät bei Nachfragen von Lanz unter Druck

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Markus Lanz
Im Gespräch mit Markus Lanz reagierte CSU-Vize Manfred Weber schwammig, als es um Kritik an Markus Lanz ging.
ZDF / Markus Hertrich
Markus Lanz - 22.06.2026
CSU-Vize Manfred Weber redete sich bei "Markus Lanz" um Kopf und Kragen, als es um die politische Zukunft von Markus Söder ging.
ZDF / Markus Hertrich

Bei 'Markus Lanz' geriet CSU-Vize Manfred Weber am Montagabend mit Fragen zu Markus Söders Zukunft spürbar unter Druck. Auf die spitzen Fragen des Moderators wich Weber immer wieder aus.

Die Nachrichtenlage im Nahen Osten bleibt unübersichtlich: Die USA und Iran haben zwar eine Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges unterschrieben, nun soll aber erst über ein finales Abkommen verhandelt werden. Brisant dabei: Am Montag teilte das US-Finanzministerium mit, dass es im Zuge des Rahmenabkommens bereits eine 60-tägige Ausnahme von Sanktionen gegen iranisches Öl erteilt habe. Bei "Markus Lanz" warnte ZDF-Korrespondent Ulf Röller deshalb mit Blick auf die Abmachung zwischen Trump und Teheran, der Deal zeige, "wie erpressbar der amerikanische Präsident geworden ist. Das hat ganz große innenpolitische Gründe, weil er unbedingt irgendwie es hinkriegen muss, dass die Benzinpreise fallen". Röller legte nach: "Diese Erpressbarkeit ist keine gute Situation für die Amerikaner, ist keine gute Situation für die Europäer und ist eine Traumkonstellation für den Iran."

Auch Elmar Theveßen zeigte sich skeptisch. Er kritisierte, dass dem Iran "Milliardensummen gegeben" werden "für etwas, was noch gar nicht auf dem Tisch liegt - also wie weit wird das Atomprogramm dann wirklich zerstört?" CSU-Vize Manfred Weber rückte daraufhin die Sicherheitsfrage in den Mittelpunkt und stellte klar: "Die Frage, ob dieses Terrorregime (...) Zugang zur Atomwaffe bekommt, ist eine fundamentale Frage für die Sicherheit Europas. Und das muss man abwarten." Lanz erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass Weber vor einigen Wochen noch erklärt hatte: "Dieser Krieg ist auch im deutschen Interesse und es macht die Welt sicherer". Lanz fragte konkret: "An welcher Stelle ist die Welt jetzt sicherer geworden?" Der CSU-Vize reagierte überrumpelt: "Ich habe nie gesagt, dass dieser Krieg unser Krieg war." Lanz hielt dagegen: "Nein, aber dass er in unserem Interesse war!"

Manfred Weber: "Für mich ist Markus Söder amtierender Parteivorsitzender"

Manfred Weber ruderte weiter zurück und nannte Trumps Vorgehen im Iran einen "Fehler". Zugleich betonte er, dass "aber die Substanz bleibt - nämlich, ob dieses Regime Zugriff zur Atomwaffe bekommt. Und da müssen wir Europäer auch mal uns überlegen, was denn eigentlich unser Beitrag ist, damit wir das verhindern". Ulf Röller zeigte sich von Webers Zurückhaltung überrascht und kommentierte: "Man ist in einer Gefangenschaft mit diesem amerikanischen Präsidenten. Man braucht ihn, obwohl man es natürlich für eine absolute Katastrophe hält, wie er das Problem kreiert." Weber hielt dagegen: "Wir alle dürfen stolze Europäer sein, weil (...) wir Konflikte zunächst diplomatisch versuchen zu lösen." Gleichzeitig forderte er: "Wir müssen weltmachtfähig als Europäer werden. Wir müssen unsere eigene Verantwortung wahrnehmen. (...) Ich möchte, dass dieses Europa eine Rolle spielt - eine friedensstiftende, eine diplomatische Rolle."

Im zweiten Teil der Sendung wurde es schließlich innenpolitisch. "Der Chef ist doch in Wahrheit immer schuld", sagte Lanz mit Blick auf Markus Söder und die jüngste Wahlschlappe der CSU. Manfred Weber räumte ein: "Der Chef hat eine besondere Verantwortung, ja." Doch Lanz wollte es genauer wissen: "Ist er noch der richtige Chef?" Der CSU-Vize bremste: "Wenn man jede inhaltliche, programmatische Debatte sofort mit einer Personaldebatte (...) zumacht, dann ist es natürlich schwierig." Weber erklärte, dass erst ein Jahr vor der Landtagswahl entschieden werde, "wer Spitzenkandidat ist". Lanz reagierte irritiert: "Also ist für Sie nicht klar, dass Markus Söder der gesetzte Spitzenkandidat ist?" Die Antwort von Weber ließ nicht lange auf sich warten: "Es ist nicht meine Entscheidung. Es ist die Entscheidung der Landtagsfraktion." Er schob nach: "Für mich ist Markus Söder amtierender Parteivorsitzender und ich möchte, dass wir erfolgreich sind."

"Zu viel Döner, zu wenig Programm": Lanz stichelt in Richtung Söder

Doch Lanz ließ nicht locker: "Ist er für Sie der gesetzte Spitzenkandidat?" Manfred Weber stichelte zurück: "Er hat ja noch nicht einmal von der Landtagsfraktion ein Mandat! Warum soll er dann von mir ein Mandat haben?" Als Lanz schließlich fragte: "Was ist so richtig gut an Markus Söder?", antwortete der CSU-Politiker sachlich: "Markus Söder ist führungsstark, er setzt in Berlin Themen durch. Er ist irre fleißig." Als Lanz schmunzelte, platzte Weber der Kragen: "Wenn Sie mich fragen, was ich gut finde, dann muss ich darauf antworten dürfen, ohne dass Sie schmunzeln." Der ZDF-Moderator konterte unbeeindruckt: "Wenn das so ein super Typ ist, dann wäre er für mich der gesetzte Spitzenkandidat!" Lanz fragte deshalb unbeirrt weiter: "Ist Söder auserzählt?" Weber blockte ab: "Ich will über die Substanz reden!"

Doch Lanz ging weiter auf Söders Stil ein und sprach von "zu viel Döner, zu wenig Programm". Weber versuchte, das Ganze zu beschwichtigen: "Markus Söder hat ja jetzt einige Sachen schon eingestellt. Er hat die Tweets zum Döner eingestellt." Auf Lanz' Nachfrage, "Das hat Sie genervt?", sagte Weber ehrlich: "Ich finde, das war eines Ministerpräsidenten dann auf die Dauer nicht würdig." Als der Moderator daraufhin wissen wollte, ob ihm "das zu viel Boulevard" gewesen sei, erwiderte Weber: "Herr Lanz, es ist seine Art, Politik zu machen und die hat auch seine Legitimation!" Lanz setzte dennoch nach: "Ihnen stößt das ja offensichtlich auf. Ihm stößt ja nur der Döner auf!"

Quelle: teleschau – der mediendienst