Bei "Markus Lanz" wurde eine Kanzler-Aussage zur Vorlage für einen Schlagabtausch. Während Sepp Müller vehement den Kurs der Bundesregierung verteidigte, hakte Markus Lanz immer wieder irritiert nach - bis er schließlich die Geduld verlor.
Bei "Markus Lanz" bezog CDU-Politiker Sepp Müller Stellung zur bisherigen Regierungsarbeit und der wachsenden Unzufriedenheit im Land. Dabei zitierte Lanz Bundeskanzler Friedrich Merz, der kürzlich sagte: "Das war ein gutes Jahr für uns." Der ZDF-Moderator wollte konkret wissen: "Für wen war es ein gutes Jahr?" Der Unionsfraktionsvize antwortete vorsichtig: "Für die Europäische Union. Für einen Kanzler, der Deutschland wieder außenpolitisch starkgemacht hat. (...) Das war ein gutes Jahr. Innerhalb von Deutschland müssen wir besser werden."
Lanz konterte irritiert: "Jetzt mal im Ernst, was ist das? Ist das Realitätsverweigerung?" Er wetterte weiter: "Glauben Sie selber auch, dass das ein gutes Jahr für die Menschen in diesem Land war?" Sepp Müller gab daraufhin zu: "Wir sehen das ja an den Umfragen, die Menschen sind ungeduldig. Und deswegen ist es vollkommen nachzuvollziehen, dass wir jetzt innenpolitisch liefern müssen. Und da müssen wir besser werden." Lanz ließ jedoch nicht locker und stellte fest: "87 Prozent sind mit der Bundesregierung unzufrieden!"
Die Reaktion des CDU-Politikers: Betretenes Schweigen. Lanz ergänzte wütend: "Nur noch 13 Prozent finden gut, was Sie machen!" Sepp Müller reagierte schließlich mit Einsicht: "Ich kann da den Unmut vollkommen verstehen, weil wir eine Erwartungshaltung geweckt haben (...) und wir haben immer noch nicht das Wirtschaftswachstum, das wir haben wollen."
Auch Grünen-Co-Chef Felix Banaszak meldete sich zu Wort und sagte, dass "der große Vertrauensverlust" daher komme, dass "die Kluft zwischen dem, was eigentlich notwendig wäre (...) und dem, was am Ende rauskommt, einfach unfassbar groß geworden ist". In dem Zusammenhang stichelte er in Richtung Merz: "Ich glaube, wir wären viel, viel weiter, wenn Friedrich Merz ein Kanzler wäre, der Führung nicht missversteht als: 'Ich sage jetzt mal, wo's lang geht und die Leute folgen dann schon, weil ich bin hier Big Boss'."
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Quelle: teleschau – der mediendienst