Unvergänglich gut: Roman Polanskis berühmte Hommage an Film Noir und den "Hardboiled"-Detektivroman mit Jack Nicholson in der Hauptrolle.
Korruption, Inzest, Mord und der Verlust aller moralischen Werte - das ist Chinatown, der Schauplatz von Roman Polanskis 1974 gedrehtem Film gleichen Titels. Auf den ersten Blick ist "Chinatown" eine Hommage an die "Schwarze Serie" Hollywoods. Bei näherem Hinsehen wird allerdings schnell klar, dass der Film wohl eher Gemeinsamkeiten mit der klassischen griechischen Tragödie aufweist. Dafür spricht auch, dass Polanski sein Augenmerk in erster Linie auf die persönlichen Dramen der Hauptfiguren richtet und nicht nur auf die Lösung des Kriminalfalls. ZDFneo zeigt das zeitlose Meisterwerk am Samstag, 10. Januar um 22.05 Uhr.
Die filmischen Anleihen an den "Hardboiled"-Detektivroman eines Dashiell Hammett oder Raymond Chandler sind unübersehbar. Den Part des auf verlorenem Posten stehenden Privatdetektivs übernahm Jack Nicholson, der für seine Verkörperung des J.J. Gittes mit Humphrey-Bogart-Vergleichen und einer Oscar-Nominierung bedacht wurde. Meisterregisseur John Huston, der 1941 mit der Hammett-Verfilmung "Die Spur des Falken" einen Klassiker des "Film Noir" geschaffen hatte, schlüpfte in die Rolle des finsteren Bösewichts Noah Cross.
Für zehn Oscars nominiert
Die Handlung spielt im Los Angeles der 30er-Jahre. Der heruntergekommene Privatdetektiv J.J. Gittes ist auf Scheidungsfälle spezialisiert. Im Auftrag einer gewissen Mrs. Mulwray soll er ihren Ehemann Hollis überwachen, den Chef des örtlichen Wasserwerks. Was als harmloser Routinefall beginnt, weitet sich bald zu einem komplexen Verwirrspiel um Macht, Korruption und eine abgründige Familiengeschichte aus. Hollis wird ermordet aufgefunden, die angebliche Ehefrau ebenso. Als die richtige Mrs. Mulwray (Faye Dunaway) auftaucht, hält Gittes sie zunächst für die Mörderin ihres Mannes. Doch die Spur führt schließlich zum scheinbar allmächtigen Noah Cross, dem Vater Evelyn Mulwrays, der eine ganz besondere Beziehung zu seiner Tochter hat.
Polanski wollte keine Neuauflage eines Krimis der "Schwarzen Serie" drehen, sondern den aussichtslosen Kampf des Einzelnen gegen eine übermächtige Welt aus Intrigen, Filz und Korruption darstellen. Auch wenn Gittes' Spürnase (die bezeichnenderweise im Film von einem Kleinkriminellen - gespielt von Polanski selbst - gespalten wird) die Wahrheit ans Licht bringt, bleibt die Gerechtigkeit am Schluss doch auf der Strecke. "Chinatown" wurde für zehn Oscars nominiert, konnte die begehrte Trophäe aber nur in der Rubrik "Bestes Drehbuch" (Robert Towne) gewinnen.
Quelle: teleschau – der mediendienst