Familie Ingalls ist zurück: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

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"Unsere kleine Farm"
Familienvater Charles Ingalls (Luke Bracey) hat mit seiner Frau Caroline (Crosby Fitzgerald, links) und den Töchtern Mary (Skywalker Hughes, zweite von rechts) und Laura (Alice Halsey) ihre Heimat in Wisconsin verlassen, um in fruchtbarerem Land, das von der Regierung als frei versprochen wurde, ein neues Leben zu beginnen.
Eric Zachanowich/Netflix © 2026
"Trying"
Nikki (Esther Smith) und Jason (Rafe Spall) gehen unterschiedlich mit dem Auftauchen von Kat (Charlotte Riley), der leiblichen Mutter ihrer beiden Kinder, um.
Apple TV
"Plötzlich Schwester"
Sandy Koslowski (Cosima Henman, links) und Sandra Giesinger (Klara Lange) sind Halbschwestern und von Grund auf verschieden.
ZDF/Michael Kötschau
"After the Party"
Penny (Robyn Malcolm, links) und Bridget (Mia Blake) können nicht glauben, dass Phil plötzlich zurück ist.
ARTE/After the Party Productions Limited 2023

50 Jahre nach der Erstausstrahlung in Deutschland erhält die Kultserie "Unsere kleine Farm" bei Netflix ein neues Gewand, während Apple TV die britische Comedyserie "Trying" über eine chaotische Familie fortsetzt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Je unsicherer die Zeiten, desto größer das Bedürfnis nach Vertrautem, nach Geborgenheit und heiler Welt. Das haben Film- und Serienmacher natürlich längst erkannt, und so ist es wenig verwunderlich, dass Netflix sich an das Reboot einer der wohl beliebtesten US-Familienserien der 70er- und 80er-Jahre heranwagte: "Unsere kleine Farm" ist zurück. Die Messlatte liegt hoch, denn das Original brachte es auf über 200 Episoden in neun Staffeln. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

"Unsere kleine Farm" - Netflix

Die achtteilige erste Staffel des Reboots von "Unsere kleine Farm" (ab Donnerstag, 9. Juli, Netflix) basiert auf Band drei der autobiografischen Romane von Laura Ingalls Wilder. Unter dem Titel "Little House on the Prairie" erinnert sich Ingalls darin an die beschwerliche Reise der Familie mit dem Planwagen von Wisconsin nach Kansas um 1870, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Historischer Hintergrund ist der sogenannte "Homestead Act", nach dem jeder ein Stück unbesiedeltes Land für sich beanspruchen und bewirtschaften durfte. Doch unbewohnt war das Land nicht, es war "Indianerland", das Zuhause amerikanischer Ureinwohner, die in der Folge enteignet und vertrieben wurden. Das sei nicht fair, befand die kleine Laura (Melissa Gilbert) schon im Pilotfilm der Originalserie 1974.

Im Reboot nimmt dieses dunkle Kapitel der US-Geschichte mehr Platz ein. "Es kann nicht sein, dass Fremde einfach so in mein Haus marschieren", empört sich Neuankömmling Charles an einer Stelle. Das sähen die Eingeborenen genauso, erwidert sein Nachbar Mitchell (Meegwun Fairbrother), selbst zur Hälfte indigen. Laut Julie O'Keefe, die als Beraterin zu dem sensiblen Thema fungierte, habe man früh entschieden, beide Seiten zu erzählen: die Hoffnungen der Siedler auf neue Möglichkeiten und die desaströsen Folgen der Westexpansion für die Indigenen.

Kern von "Unsere kleine Farm" aber sind, damals wie heute, die Ingalls'. Showrunnerin Rebecca Sonnenshine nennt die Serie gar "eine Liebesgeschichte über eine Familie". Anders als früher ist die Familie im Reboot zu Beginn noch vierköpfig - Vater Charles (Luke Bracey), Mutter Caroline (Crosby Fitzgerald) und die Töchter Mary (Skywalker Hughes) und Laura (Alice Halsey). In der Originalserie war die kleine Carrie schon auf der Welt, später folgte noch Schwester Grace. Wer sich allerdings auf ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren von einst, Lauras Erzfeindin Nellie Oleson etwa, freut, muss sich bis zur bereits bestätigten zweiten Staffel gedulden.

"Trying" - Apple TV

Nikki (Esther Smith) und Jason (Rafe Spall) scheinen in der fünften Staffel von "Trying" (ab Mittwoch, 8. Juli, acht Folgen wöchentlich auf Apple TV) endlich ihr Glück gefunden zu haben: Nachdem sie erst mit Unfruchtbarkeit zu kämpfen hatten, adoptierten sie die Geschwister Princess (Scarlett Rayner) und Tyler (Cooper Turner). Inzwischen haben sich die vier als Familie gefunden und aus den jungen Kindern sind zwei Teenager geworden. "Trying" ist eine der am längsten laufenden Serien bei Apple TV und bekam für die vergangenen vier Staffeln größtenteils positive Kritiken, insbesondere für den Humor des Drehbuchs und für die Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Ausgerechnet jetzt, als alles gut zu laufen scheint, bringt die leibliche Mutter von Princess und Taylor die Familie durcheinander - insbesondere Nikki ...

Neben Esther Smith und Rafe Spall kehren für die fünfte Staffel der von BBC Studios produzierten Serie von Serienschöpfer und Drehbuchautor Andy Wolton auch Sian Brooke als Nikkis Schwester Karen und Darren Boyd als ihr exzentrischer Ehemann Scott zurück. Außerdem stoßen Celia Imrie ("The Thursday Murder Club"), Gbemisola Ikumelo ("The Paper") und Colin Morgan ("Belfast") zum Cast hinzu.

"Plötzlich Schwester" - ZDFmediathek

So hatte sich Sandra Giesinger (Klara Lange) ihre Traumhochzeit nicht vorgestellt: Der Tortentopper sieht aus wie von einem fünfjährigen Kind gebastelt, ihre Trauzeugin hat abgesagt, und dann landet auch noch ihr Vater tot und mit dem Gesicht voraus in der Probe-Hochzeitstorte. Der größte Schock erwartet die zukünftige Braut und ihre Mutter Monika Giesinger (Andrea Sawatzki) jedoch an der Beerdigung: Denn Gerd Giesinger hatte über Jahre eine heimliche zweite Familie ... "Plötzlich Schwester" ist eine turbulente, bisweilen etwas klischeehafte, aber trotzdem unterhaltsame Komödie, die ab Montag, 13. Juli, auf zdf.de abrufbar ist.

Sandras prollig-herzliche Halbschwester Sandy (Cosima Henman) passt so gar nicht in das Schicki-Micki-Familienbild der Giesingers. Auch ihre Mutter Gabi (Anita Vulesica) hat wenig Mühe, ihre Nebenbuhlerin Monika zu verkraulen. Dafür hätte sie wohl gar nicht erst Gerds Asche vor der Bestattung aus der Urne entwenden müssen. Schließlich gibt es da noch Gerd verschollenes Testament mit unbekanntem Inhalt. Sandy wittert derweil die Chance ihres Lebens, ihrer Halbschwester endlich näher zu kommen: Als sie hört, dass Sandra noch eine Trauzeugin sucht, ist sie sofort zur Stelle und stiftet alsbald Chaos...

"After the Party" - ARTE-Mediathek

"Die Zahl der Sexualdelikte steigt" - Schlagzeilen wie diese waren nicht nur in Deutschland schon oft zu lesen. Doch was macht es eigentlich mit den Angehörigen der mutmaßlichen Täter, die eine geliebte Person auf frischer Tat ertappen? Dies ist eine Frage, die die neuseeländische Serie "After the Party" (ab Montag, 6. Juli, auf arte.tv) stellt. Erzählt wird von Penny (Robyn Malcolm) und Phil (Peter Mullan, "Outlander: Blood of my Blood"), einem engagierten Lehrerehepaar aus Wellington. Einst waren sie glücklich miteinander, doch dann erwischte Penny ihren Mann nach einer Party im Bett mit einem Teenager-Freund ihrer Tochter Grace (Tara Canton): Ollie (Ian Blackburn) war nicht nur stark betrunken, sondern auch noch nackt. Für Penny war klar: Der Junge wurde von ihrem Mann vergewaltigt. In Anwesenheit der Gäste stellt sie ihren Mann zur Rede.

Zu Beginn der sechsteiligen Serie liegt das alles fünf Jahre zurück. Doch als Phil überraschend zurück nach Wellington kommt, reißen Pennys alte Wunden plötzlich wieder auf. Nicht nur das: Er zieht auch noch bei Grace und ihrem kleinen Sohn zu Hause ein! Während Phil mühelos das Vertrauen der alten Nachbarn und Freunde zurückgewinnt, ist Penny erpicht darauf, die Wahrheit über die Nacht des möglichen Überfalls herauszufinden, auch wenn sie dadurch ihre Tochter verliert ...

Quelle: teleschau – der mediendienst