43 Länder waren dabei
Mit dem ESC-Sieg ist kein Geld, sondern nur eine Trophäe für die Komponisten verbunden - außerdem die Austragung der Veranstaltung im Folgejahr. Insgesamt nahmen am Song Contest in diesem Jahr 43 Länder teil, so viele wie zuletzt beim ESC in Düsseldorf vor sieben Jahren.
17 der 43 Teilnehmer 2018 wurden in den beiden Semifinals (Halbfinals) am Dienstag und Donnerstag aussortiert, darunter auch Russland, die Schweiz und Belgien. Deutschland ist als großer Geldgeber jeweils automatisch für das Finale gesetzt, ebenso Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Auch der Gastgeber, also diesmal Portugal, muss sich nicht qualifizieren.
ESC 2018: von Rock über Hip-Hop bis typischen Schmachtballaden war vieles dabei
Musikalisch wurde auch dieses Jahr wieder ein breites Spektrum geboten. Von Rock über Hip-Hop bis typischen Schmachtballaden war vieles dabei.
Um einen nochmaligen Sieg kämpfte zum Beispiel Alexander Rybak, der bereits 2009 den Wettbewerb für Norwegen gewann: Sein Ohrwurm "That's how you write a song" kam diesmal aber nur auf Platz 15.
Das wohl eindrucksvollste Kostüm trug Elina Nechayeva für Estland, die ihr Opernstück "La forza" in einem 53-Quadratmeter-Hightech-Kleid vortrug, auf das Lichteffekte projiziert wurden - es reichte für Platz 8.
Die Finnin Saara Aalto ließ sich bei ihrem sogenannten Epic-Love-Pop-Song "Monsters" auf einer Drehscheibe auch kopfüber umherwirbeln (Platz 25). Im französischen Beitrag vom Duo Madame Monsieur ging es um ein Flüchtlingsschicksal (Platz 13) und im italienischen Beitrag von Eral Meta & Fabrizio Moro um Terroropfer (Rang 5).
Die Zuschauer konnten abstimmen
Die Zuschauer konnten wie immer über den Sieger mit abstimmen, jedoch nicht für die eigene Nation. Ihr Voting wurde ergänzt von nationalen Jurys. In diesem Jahr war die komplizierte und vielen als kultig geltende Punkteverkündung von Jurys und Publikum bereits zum dritten Mal getrennt voneinander. Sie dauerte rund 40 Minuten.
Die Jury-Punkte aus Deutschland gab Barbara Schöneberger bekannt. Sie war live von der ESC-Party auf der Hamburger Reeperbahn zugeschaltet. Die Höchstwertung der deutschen Juroren - zwölf Punkte - ging an Schweden, das am Ende Platz 7 belegte.
In der Jury waren diesmal die zweimalige Grand-Prix-Teilnehmerin Mary Roos (69, "Nur die Liebe lässt uns leben"/"Aufrecht geh'n"), die Sänger Max Giesinger (29) und Mike Singer (18), die Songschreiberin Lotte (22) sowie der Revolverheld-Manager Sascha Stadler (45).
Für die deutschen TV-Zuschauer kommentierte zum 21. Mal der inzwischen 70-jährige Peter Urban die Übertragung im Ersten der ARD.
In Lissabons Altice-Arena hingegen moderierten vier Frauen: Daniela Ruah, Filomena Cautela, Sílvia Alberto und Catarina Furtado.
Im vergangenen Jahr hatte der Portugiese Salvador Sobral mit dem stillen Lied "Amar pelos dois" gewonnen und so den Grand Prix in sein Heimatland geholt. Sobral, der im Dezember ein neues Herz transplantiert bekommen hat, trat als Pausen-Act zusammen mit der brasilianischen Musiklegende Caetano Veloso auf. Der Auftritt gehörte zu den emotionalen Höhepunkten der großen Musikshow, die laut Veranstalter EBU (European Broadcasting Union/Europäische Rundfunkunion) jährlich weltweit etwa 200 Millionen TV-Zuschauer verfolgen. Den ESC gibt es seit 1956.
Die Platzierungen im ESC-Finale 2018
01. ISRAEL - Netta ("Toy"): 529 Punkte
02. ZYPERN - Eleni Foureira ("Fuego"): 436 Punkte
03. ÖSTERREICH - Cesár Sampson ("Nobody but you"): 342 Punkte
04. DEUTSCHLAND - Michael Schulte ("You let me walk alone"): 340 Punkte
05. ITALIEN - Ermal Meta & Fabrizio Moro ("Non mi avete fatto niente"): 308 Punkte
06. TSCHECHISCHE REPUBLIK - Mikolas Josef ("Lie to me"): 281 Punkte
07. SCHWEDEN - Benjamin Ingrosso ("Dance you off"): 274 Punkte
08. ESTLAND - Elina Nechayeva ("La forza"): 245 Punkte
09. DÄNEMARK - Rasmussen ("Higher ground"): 226 Punkte
10. MOLDAU - DoReDoS ("My lucky day"): 209 Punkte
11. ALBANIEN - Eugent Bushpepa ("Mall"): 184 Punkte
12. LITAUEN - Ieva Zasimauskaite ("When we're old"): 181 Punkte
13. FRANKREICH - Madame Monsieur ("Mercy"): 173 Punkte
14. BULGARIEN - Equinox ("Bones"): 166 Punkte
15. NORWEGEN - Alexander Rybak ("That's how you write a song"): 144 Punkte
16. IRLAND - Ryan O'Shaughnessy ("Together"): 136 Punkte
17. UKRAINE - Mélovin ("Under the ladder"): 130 Punkte
18. NIEDERLANDE - Waylon ("Outlaw in 'em"): 121 Punkte
19. SERBIEN - Sanja Ilic & Balkanika ("Nova deca"): 113 Punkte
20. AUSTRALIEN - Jessica Mauboy ("We got love"): 99 Punkte
21. UNGARN - AWS ("Viszlát nyár"): 93 Punkte
22. SLOWENIEN - Lea Sirk ("Hvala, ne"): 64 Punkte
23. SPANIEN - Alfred & Amaia ("Tu canción"): 61 Punkte
24. GROßBRITANNIEN - SuRie ("Storm"): 48 Punkte
25. FINNLAND - Saara Aalto ("Monsters"): 46 Punkte
26. PORTUGAL - Cláudia Pascoal ("O jardim"): 39 Punkte