Bei seinem zweiten Einsatz für "Erlebnis Erde" im Ersten widmet sich der vielfach prämierte Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens den spektakulärsten Tierwanderungen unseres Planeten. Für den wie immer bildgewaltigen Film reist der 58-Jährige unter anderem in die Serengeti und an die Irische See.
Dirk Steffens gilt als einer der bekanntesten Wissenschaftsjournalisten Deutschlands. Anfang des Jahres kehrte der 58-Jährige, der jahrelang für "Terra X" im ZDF vor der Kamera stand, nach einem Ausflug zu RTL und VOX ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zurück: Für die renommierte Dokureihe "Erlebnis Erde" im Ersten nahm er im April den Kruger-Nationalpark in Südafrika unter die Lupe. Nun meldet sich der gebürtige Stader mit der mindestens genauso faszinierenden Primetime-Dokumentation "Erlebnis Erde: Das Geheimnis der Tierwanderungen mit Dirk Steffens" zurück.
Mit Kamerateam und Regisseur Ralf Quibeldey reist Steffens um den Globus, um den faszinierendsten Tierwanderungen beizuwohnen. Darunter natürlich auch die sogenannte "Great Migration" in der Masai Mara, einem Teil der Serengeti in Kenia. Rund zwei Millionen Gnus und hunderttausende Zebras und Antilopen bewegen sich Jahr für Jahr in einem großen Kreis rund 1.000 Kilometer durch die Serengeti. Auf ihrem Weg müssen sie den Mara River durchqueren und Angriffen durch Krokodile, Löwen oder Leoparden trotzen. Spektakuläre Aufnahmen zeigen, wie Dirk Steffens auf dem Dach eines Jeeps von der Gnu-Herde umzingelt wird. Gleichzeitig zeigt die Dokumentation, welche besondere Bedeutung die Wanderung für das Ökosystem hat und wie ausgerechnet diese großen Herden riesige Gebiete der Serengeti fruchtbar halten.
Warum versammeln sich Riesenhaie aus aller Welt vor Irland?
Faszinierend und noch weitgehend unbekannt ist auch ein Naturschauspiel, das sich dem Filmteam vor der irischen Atlantikküste bietet: Einmal im Jahr versammeln sich hier Riesenhaie, die jeweils alleine aus verschiedenen Teilen der Welt "anreisen". Die acht bis zehn Meter langen Tiere gelten als die zweitgrößten Fische der Welt. Dutzende von ihnen schwimmen in großen Kreisen: "Ein magisches Ritual", schwärmt Filmemacher Ralf Quibeldey im Interview, "dessen Sinn noch gar nicht ganz klar ist."
Als gut erforscht hingegen gilt heutzutage das Zugverhalten der Vögel. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt einem Storch. Das Tier, dem ein Pfeil im Hals steckt, steht heute ausgestopft in der Zoologischen Sammlung Rostock. In "Erlebnis Erde" erzählt Dirk Steffens die ganze faszinierende Geschichte dazu.
Das ist die größte Tierwanderung der Welt
Die weltweit größte Tierwanderung findet derweil Nacht für Nacht unter Wasser statt: Zooplankton steigt aus der Tiefsee auf, um in den oberen Ozeanschichten Phytoplankton zu fressen. "Das ist eine Milliarde Tonnen Leben, das da permanent in Bewegung ist", lässt Filmemacher Quibeldey dazu vorab wissen. Auf diese Weise würden große Mengen CO2 an der Meeresoberfläche vertilgt und in der Meerestiefe wieder ausgeschieden, was letztlich das Klima stabilsiert.
"Dass Tiere wandern, weiß jeder, aber erst durch den Film wurde uns klar, welches umfassende globale System sich dahinter verbirgt", erklärt Quibeldey weiter. Die genauen Zusammenhänge werden derzeit mit dem "Icarus"-Projekt des Max-Planck-Instituts erforscht. Weltweit beobachtet es die Tierwanderungen teils mit mikroskopisch kleinen Sendern. Ziel ist es, herauszufinden, ob sich anhand der Daten Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Taifune, Klimaveränderungen oder sogar Bürgerkriege vorhersagen lassen. Wie diese Vorhersage und die Besenderung von Motten funktionieren, wird ebenfalls in der spannenden Dokumentation gezeigt.
Erlebnis Erde: Das Geheimnis der Tierwanderungen mit Dirk Steffens - Mo. 28.09. - ARD: 20.15 Uhr