Nach nur einer Stunde Schlaf gibt sich Moritz größte Mühe, um am vierten "Dinner"-Tag fit zu wirken: "Ich bin ein bisschen verkatert und ein bisschen müde." Die Jubiläumswoche steckt ihm in den Knochen, doch heute ist der Pilzspezialist ganz in seinem Element ...
Als Pilzsachverständiger und Pilzfluencer kennt Moritz (45) "alles, was das Fungiversum so bietet". Das bekommen seine Gäste in Zeuthen außerhalb von Berlin auch beim "Dinner" aufgetischt: "Heute geht es um den Wald und die Schönheit der Natur." Es gibt:
- Vorspeise: Imleria badia / Zander - flüssig / geflämmt
- Hauptspeise: Lactarius deliciosus / Boletus edulis / Rehrücken / Sellerie
- Nachspeise: Sparassis crispa / Marone
2012 gewann Moritz "Das perfekte Dinner im Schlafrock" mit 36 Punkten, die muss er heute toppen, um noch Chancen auf den Wochensieg zu haben. "Bei der damaligen Teilnahme hatte ich noch meine Exfreundin, und als die Sendung ausgestrahlt wurde, habe ich bereits mit meiner jetzigen Frau Miriam die Sendung geguckt", grinst Moritz.
Überraschungsgast: Graciela Cucchiara
An sein erstes "Dinner" hat er laut Gunni (62) gar nicht so gute Erinnerungen: "Er hat einen Kandidaten gehabt, der bei ihm übernachten musste, der hat sich schön die Kante gegeben bis morgens um halb vier. Und eigentlich war ihm das alles unsympathisch." Heute kommen zum Glück nur sympathische Gäste - und als Überraschung die argentinisch-italienische Köchin Graciela Cucchiara. Obwohl er lieber alleine kochen wollte, hat Moritz seine quirlige Schnibbelhilfe sofort ins Herz geschlossen: "Die war wie meine Mama!"
Die kryptischen Pilznamen müssen Eik (54), Katrin (62), Gunni und Ees (42) erst einmal recherchieren. Vor allem das Dessert irritiert Ees: "Ein Pilz zur Nachspeise?" Katrin hat vollstes Vertrauen in Moritz' kulinarisches Talent: "Ich glaube, wir werden heute Abend ein Feuerwerk erleben."
Steinpilz-Sour "einer der besten Aperitife, die ich je getrunken habe"
"Fühlt euch wie zu Hause", bittet Moritz seine Gäste ins gemütliche Wohnzimmer. "Ich habe meine Seele verkauft", gesteht er. Der Grund: Er hat einer Barkeeperin etwas von ihrem Wodka abgeluchst, in dem Steinpilze destilliert waren. Als Gegenleistung muss er mit ihr eine Morchel-Tour machen. "Ich gehe mit niemandem in die Morcheln, weil das ist heilig. Aber für euch habe ich es getan", betont Moritz. Ein besonderes Erlebnis ist der Steinpilz-Sour mit eingelegten Tannennadeltrieben. "Das war einer der besten Aperitife, die ich je getrunken habe", schmeckt Katrin das dezente Steinpilzaroma.
"Imleria badia ist die gemeine Marone", klärt Moritz auf. Der Zander - natürlich selbst gefangen - wird mit Pilzcreme, Pilzkonsommée und Preiselbeeren - natürlich selbst gepflückt - serviert. Dass Moritz den Sud am Tisch aufgießt, findet Katrin einen netten Showeffekt: "Erlebnis-Vorspeise." Ees schwärmt: "Ein Genuss!"