Die Wienerin, die an sich glaubt

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Tatort: Azra
Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) kämpfen im "Tatort: Azra" (2023) gegen die georgische Mafia - mit grenzwertigen Ermittlungsmethoden.
ARD Degeto/ORF/Felix Vratny
Tatort: Azra
Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) kennt die junge Azra (Mariam Hage) von früher, sie kommt aus schwierigen Verhältnissen, aus denen sie sich herausgekämpft hat. Das imponiert Eisner, der für die junge Frau wohl auch väterliche Gefühle hat. Doch kann Azra wirklich alles schaffen, was sie sich vornimmt?
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Tatort: Azra
Azra (Mariam Hage), die als verdeckte Ermittlerin für die Wiener Polizei arbeitet, will sich und Eisner im großen Stil etwas beweisen. Aber ist ihr Wagemut nicht ziemlich gefährlich?
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Tatort: Azra
Tinatin Datviani (Mariam Avaliani) heißt die rechte Hand des Vaters und zukünftige Führerin der georgischen Mafia in Wien - wenn es nach dem Vater-Tochter-Gespann Datviani geht.
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Tatort: Azra
Die Kinder des georgischen Paten von Wien: Irakli (Vladimir Korneev) und Tinatin Datviani (Mariam Avaliani) nehmen sehr unterschiedliche Rollen in der Familie ein.
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Tatort: Azra
Azra (Mariam Hage) überzeugt als Kämpferin - auch den Boss eines georgischen Mafia-Clans, der sie von der Türsteherin zur Leibwache aufsteigen lässt.
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Tatort: Azra
Besuch bei den Datvianis: Mafiaboss Beka Datviani (Lasha Bakradze, links) und seine Tochter (Mariam Avaliani, rechts) werden von Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) befragt.
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Tatort: Azra
Irakli Datviani (Vladimir Korneev, rechts) und sein Vater Beka Datviani (Lasha Bakradze) haben ein Problem miteinander: Der Alte traut dem Jungen wenig zu - deshalb ist wohl auch Iraklis Schwester die rechte Hand des Vaters.
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Tatort: Azra
Der Bruder des georgischen Mafia-Paten in Wien wurde erschossen. Deshalb müssen Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, links) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) jenem Beka Datviani (Lasha Bakradze) einen Besuch abstatten.
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Tatort: Azra
Bekommt Beka Datviani (Lasha Bakradze, rechts) seinen heißblütigen und auch enttäuschten Sohn Irakli (Vladimir Korneev) noch eingefangen?
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Im "Tatort: Azra" (2023) aus Wien schicken Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) eine junge verdeckte Ermittlerin auf ein Himmelfahrtskommando zur georgischen Mafia. Ein spannendes Versteckspiel - mit unerwarteten Wendungen.

Die georgische Mafia war in Österreich - und auch in Deutschland - vor allem um das Jahr 2010 herum in den Schlagzeilen. Damals schienen die "Diebe im Gesetz", wie sie sich selber nennen, für eine enorme Zahl bestens organisierter Einbrüche in Westeuropa verantwortlich. Dann gelangen einige Schläge gegen das Organisierte Verbrechen aus der ehemaligen Sowjetrepublik (bis 1991) am Schwarzen Meer. 2018 gab es dann Berichte in österreichischen Medien, dass die "Familien" wieder aktiver würden in der Alpenrepublik - nur diesmal mit anderen, schwerer aufzudeckenden Geschäften. Der "Tatort: Azra" (2023) erzählt von der fiktiven georgischen Mafia-Familie Datviani, die Wien im Griff hat.

Als der Bruder des Paten Beka Datviani (Lasha Bakradze) nachts auf einem Parkplatz erschossen wird, versuchen die Ermittler Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) der schweigsamen Familie irgendwie nahezukommen. Wie man sich denken kann, gestaltet sich dies alles andere als einfach. Doch die Polizei beschäftigt eine verdeckte Ermittlerin in einem Club, der von den Datvianis betrieben wird. Die junge Azra (Mariam Hage) kennt Moritz Eisner von früher. Sie kommt aus schwierigen Junkie-Familienverhältnissen, aus denen sie sich herausgekämpft hat. Das imponiert Eisner, der für die junge Frau wohl väterliche Gefühle hegt.

Azra ist überzeugt davon, dass sie sich von ihrem Türsteher-Job näher an den Kern der Familie heranarbeiten kann. Aber schafft die überaus selbstbewusste und angstfrei wirkende Frau wirklich alles, was sie sich vornimmt? Neben Paten-Vater Beka gibt es bei den Datvianis noch dessen Tochter und rechte Hand Tinatin (Mariam Avaliani) sowie den heißblütigen Sohn Irakli (Vladimir Korneev). Kann Azra sie alle täuschen und bei ihren Ermittlungen unentdeckt bleiben?

Wien statt Chicago: Hätte es Al Capone hier besser gehabt?

Am Anfang ihrer Mord-Ermittlung stellen Eisner und Fellner fest, dass bereits die Kollegen von der Wirtschafts-Kriminalität an den Datvianis dran sind. Mittlerweile investiert die Mafia ihr Geld wohl verstärkt in "legale" Geschäftsmodelle, was die Überführung der Bösewichte via klassischer Verbrechen schwieriger macht. Eisner jedoch ist skeptisch, ob der Plan funktioniert, die Mafia eher wegen Geldwäsche denn wegen ihrer Morde anzuklagen. "Al Capone haben sie damals auch wegen Steuerhinterziehung drangekriegt", gibt Fellner zu bedenken. Darauf Eisner: "Ja, in Chicago." Fellner fragt: "Ja, und?". Eisner antwortet: "Wen interessiert bei uns ein Finanzdelikt?"

Endlich ist Wien, jene großartige europäische Metropole, über die manche sagen, hier begänne der Balkan, mal wieder Schauplatz eines "Tatortes" über das Organisierte Verbrechen. Starke Milieufilme waren früher mal eine Stärke des Standorts der in diesem Jahr scheidenden Kultermittler Eisner und Fellner. "Azra" stellt, wie der Titel verrät, die junge Ermittlerin mindestens ebenso sehr in den Mittelpunkt, wie die Mafia-Familie selbst. Welches Geheimnis hat die junge Frau, die sich von ganz unten nach oben kämpfen will? Oder sollte man besser fragen: Über welche Superkräfte verfügt sie?

Letzter "Tatort" mit Eisner und Fellner in diesem Herbst

Als Azra ihrem Mentor Eisner eine heikle Mission vorschlägt, die gegen polizeiliche Regeln verstößt, spürt der erfahrene Ermittler die große Versuchung, sich darauf einzulassen. Doch die Mission könnte Azra enorm gefährden. Selbst wenn in dem Verhältnis Eisner/Azra vielleicht noch mehr Potenzial geschlummert hätte: Der "Tatort" kommt ohne einen solchen Psycho-Plot aus und wendet sich einem spannenden Versteckspiel zu. Das macht er gut, wofür das Charisma der jungen Österreicherin Mariam Hage (mit serbischen und libanesischen Wurzeln) nicht ganz unerheblich ist.

Noch ein Lob fürs Casting: Die georgischen Hauptrollen sind mit georgisch-stämmigen Darstellerinnen und Darstellern besetzt. "Pate" Lasha Bakradze ist nicht nur Schauspieler, sondern auch ein politisch sehr aktiver Journalist. Vladimir Korneev, der den leicht tumben Schönlings-Sohn eventuell eine Spur übertrieben zeichnet, tritt auch als Chanson-Sänger auf. Dagegen überzeugt dessen "Filmschwester" Mariam Avaliani als erbarmungslose Businessfrau der neuen Mafia-Generation.

Die längste Sommerpause in der Geschichte des "Tatorts" endet am 13. September 2026 - pünktlich zum Ende der Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern. Zwischen diesem Termin und dem Jahreswechsel wird auch der finale Fall mit Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser zu sehen sein: Der "Tatort: Dann sind wir Helden" wurde bereits im Herbst 2025 abgedreht.

Tatort: Azra - So. 12.07. - ARD: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst