Phänomen Emmerich: Kabel Eins zeigt mit "Stargate" einen seiner besten Filme. Derzeit arbeitet der deutsche Regisseur an der Fortsetzung eines Klassikers.
Irgendwo zwischen Genialität und Simplizität sucht der deutsche Regisseur Roland Emmerich nach seiner ganz persönlichen Erfüllung. Nur im Falle eines finanziellen Erfolgs des Actionstreifens "Universal Soldier" mit Jean-Claude van Damme Anfang der 90er-Jahre durfte er seinen Traum wahr machen. Der hieß "Stargate" (1995, Mittwoch, 27. Mai, 20.15 Uhr, Kabel Eins), entschuldigte jeden vorhergehenden Fehltritt und erlaubte ihm, in den Jahren darauf Blockbuster wie "Godzilla" zu drehen.
"Stargate" beginnt ohne große Umschweife: Der junge Ägyptologe Daniel Jackson (James Spader) soll der Regierung bei einem streng geheimen Projekt beratend zur Seite stehen. Vor 65 Jahren entdeckten Forscher in der Nähe der Pyramide von Giseh einen metallischen Ring mit einem Durchmesser von fast zehn Metern, dessen Herkunft nicht zu deuten ist. Mithilfe der Wappen gelingt es Jackson, das Rätsel des Rings zu lösen. Er offenbart sich als Tor zu einer fremden Welt, mit dessen Hilfe Menschen zu einem anderen, dazugehörigen Sternentor auf einen Planeten reisen können, der Millionen von Lichtjahren entfernt liegt.
Russell und Spader sind die perfekte Besetzung
Unter der Leitung von Colonel Jack O'Neill (Kurt Russell) tritt Jackson die Reise gemeinsam mit einigen weiteren Soldaten an. Auf dem fernen Planeten treffen sie auf fremde, wüstenähnliche Landstriche, unbekannte Kulturen und fremde Kreaturen. Göttergleiche Krieger unterjochen dort ein rückständiges, versklavtes Volk.
Emmerichs Filmidee ist eine der faszinierendsten Science-Fiction-Storys seit "Krieg der Sterne". Ohne jemals in übertriebene Fiktion abzudriften, erzählt der Deutsche ein nicht nur dramaturgisch exzellent gebautes Märchen. Mit bewundernswerter Leichtigkeit flicht er in den Konflikt der Kulturen auch den zweier Menschen ein: Jackson und Colonel O'Neill sind konträre Charaktere. Der Archäologe voller Neugier, Visionen und bemitleidenswerter Naivität. Der äußerlich verschlossene Soldat nur angetrieben von Pflichterfüllung und Realitätsbewusstsein. Russell, der wie schon in "Die Klapperschlange" und "Death Proof" am stärksten war, wenn er nicht lieben und lächeln muss, und Spader erweisen sich als die perfekte Besetzung. Dem Film folgte eine erfolgreiche TV-Serie mit zahlreichen Ablegern.
Quelle: teleschau – der mediendienst