Brandanschlag auf Rentnerin in Dortmund: Ermittler setzen auf "Aktenzeichen XY ... ungelöst"

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Aktenzeichen XY ... ungelöst
Die 72-jährige Rentnerin (Spielszene) wurde im Schlaf von den Flammen überrascht. Sie konnte sich noch retten, verlor jedoch einen Großteil ihrer Habseligkeiten.
ZDF/Saskia Pavek
Aktenzeichen XY ... Ungelöst
Rudi Cerne vertraut wieder darauf, dass sich aufmerksames TV-Publikum beim ihm meldet.
ZDF/Nadine Rupp

Vor etwa zwei Jahren zündete ein Unbekannter den Schlafplatz einer obdachlosen Frau in Dortmund an. Bislang blieben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft jedoch erfolglos. "Aktenzeichen XY ... ungelöst" soll neue Hinweise bringen.

Schon lange kam die zu diesem Zeitpunkt 72-jährige Rentnerin zum Schlafen in die Schwarze-Brüder-Straße in der Dortmunder Fußgängerzone. In der Tür eines Ladens baute sie jeden Abend ihr Nachtlager auf: Über ihren Rollator und einen Klappstuhl legte sie zum Schutz vor dem Wetter eine Plane und spannte außerdem Regenschirme auf.

In der Nacht zum 1. April 2024 stand ihr Unterschlupf plötzlich in Flammen: Wie Überwachungsaufnahmen zeigen, zündete ein unbekannter Mann das Lager an. Zwei Jahre nach der Tat ist der Täter immer noch nicht gefasst. Die Polizei hofft nun auf neue Hinweise aus dem "Aktenzeichen XY ... ungelöst"-Publikum. Moderator Rudi Cerne wird den Fall in der kommenden Ausgabe (Mittwoch, 8. April, 20.15 Uhr, ZDF) ausführlich vorgestellen.

Der etwa 1,70 bis 1,80 Meter große Mann verschwand seelenruhig aus der Straße, nachdem er den Schlafplatz der Frau in Brand gesteckt hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seither wegen versuchten Mordes. "Wenn jemand das Nachtlager einer schlafenden Person anzündet, dann handelt er in dem Bewusstsein, dass die Schlafende das sich ausbreitende Feuer nicht bemerkt und der Lage schutzlos ausgeliefert ist", sagte die Staatsanwältin Maribel Andersson nach der Tat deutlich.

Obdachlose Frau entkam den Flammen knapp

Die obdachlose Frau wurde bei dem Brandanschlag leicht verletzt: "Ich stelle mir alle halbe Stunde einen Wecker, damit ich nie wirklich in den Tiefschlaf falle, um nicht beklaut zu werden. Das zermürbt einen mit den Jahren, jetzt hat es mir wahrscheinlich das Leben gerettet", erzählte sie "Bild". Die damals 72-Jährige versuchte noch, einen Teil ihres Hab und Guts zu retten - vergeblich: "Ich hatte schon nicht viel, jetzt ist aber auch noch ein Teil verbrannt." Sie war nach der Tat ängstlich und überlegte: "Ich weiß nicht, ob das gezielt gegen mich war."

Zeugen riefen die Polizei, doch diese konnte den Täter nicht mehr ausfindig machen. Seither fahnden die Ermittlerinnen und Ermittler mit einem Phantombild nach dem Mann. Er hat schwarze Haare und ist schätzungsweise zwischen 30 und 35 Jahre alt. Bei der Tat hatte er eine weiße Jacke mit schwarzen Ärmeln, eine graue Jogginghose und eine Baseball-Cap an. Bislang blieb die Suche erfolglos. Nach der Tat startete die Polizei außerdem eine Funkzellenauswertung, um herauszufinden, welche Handys sich in jener Nacht in der Gegend einloggten. Ob sich daraus weitere Hinweise ergaben, teilte die Kripo nicht mit.

Ansprechpartner für sachdienliche Hinweise ist die Polizei Dortmund:

  • Tel.: 0231/132-7441
  • E-Mail: poststelle.dortmund@polizei.nrw.de

Zeug:innen können außerdem online Hinweise melden: https://internetwache.polizei.nrw/ich-moechte-einen-hinweis-geben

Quelle: teleschau – der mediendienst