Bedrohte Familien und brisante Energiepolitik: Tobias Oertel kehrt als Personenschützer ins Erste zurück

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Der Beschützer - Wissen, das tötet
"Der Beschützer" erhält einen zweiten Auftrag: Jan Schäfer (Tobias Oertel, Mitte) und seine Kollegin Ilka Freuding (Paula Essam) müssen Unternehmer Eduard Raabe (Jan Krauter) und dessen Familie beschützen.
ARD Degeto Film/Boris Laewen/Composing: Ute Hintersdorf
Der Beschützer - Wissen, das tötet
Tobias Oertel verleiht seinem "Beschützer" eine rätselhafte Aura.
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Überrascht? Ilka Freuding (Paula Essam) stellt sich als neue Partnerin von Personenschützer Schäfer (Tobias Oertel) vor.
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Unter Schutz: Eduard (Jan Krauter) und Hanna Raabe (Wanda Perdelwitz) sind nach einem Mord selbst in Lebensgefahr.
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Der rebellische Teenager Marian (Philip Günsch) möchte sich nicht im Haus isolieren.
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Der Beschützer - Wissen, das tötet
Überall Gefahren: Schäfer (Tobias Oertel, rechts) muss den Unternehmer Eduard Raabe (Jan Krauter) schützen.
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Hat sie etwas zu verbergen? Jan Schäfer (Tobias Oertel) behält die Unternehmensanwältin Lena Karic (Valerie Niehaus) im Blick.
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Der Beschützer - Wissen, das tötet
Das Leben von Eduard Raabe (Jan Krauter) und seiner Frau Hanna (Wanda Perdelwitz) ist von ausländischen Geheimdiensten bedroht.
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Der Beschützer - Wissen, das tötet
Mit Action zur Sache: Jan Schäfer (Tobias Oertel) bringt einen Angreifer zur Strecke.
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Gezeichnet von Angriffen: Jan Schäfer (Tobias Oertel, rechts) muss seine Schutzperson Eduard Raabe (Jan Krauter) in Sicherheit bringen.
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Der Beschützer - Wissen, das tötet
Blut, Waffe, Konzentration: Jan Schäfer (Tobias Oertel) versteht seinen Job als Personenschützer.
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Der Beschützer - Wissen, das tötet
Schutzperson Eduard Raabe (Jan Krauter) ist besorgt.
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Der Beschützer - Wissen, das tötet
Diese Daten können die Weltpoltik verändern: Eduard Raabe (Jan Krauter) ist Mitgründer eines Energie-Start-Ups.
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Der Beschützer - Wissen, das tötet
Julian Raabe (Jonas Minthe, links) will gerade sensible Daten sichern, als er vor den Augen von Bruder Eduard Raabe (Jan Krauter) einen eigenartigen Anruf erhält.
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Der Beschützer - Wissen, das tötet
Die Gangster Barkov (Florian Schmidtke) und Gonschar (Alina Hidić) sollen für ihre Auftraggeber morden.
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Ein Eigenbrötler, der auf andere aufpasst: Vier Jahre nach "Der Beschützer" wird der ARD-Erfolg nun fortgesetzt. Diesmal muss Tobias Oertel als Personenschützer eine bedrohte Unternehmerfamilie retten. In dem politisch brisanten Thriller ist die 2025 verstorbene Wanda Perdelwitz in einer ihrer letzten Rollen zu sehen.

Menschen dabei zuzuschauen, wie sie andere Menschen professionell beschützen - dass dieses Konzept aufgeht, beweisen internationale Serienerfolge wie etwa "Bodyguard". Und auch hierzulande scheint man Leibwächter und Konsorten zu mögen, so schalteten etwa beim TV-Spielfilm "Der Beschützer" rund 6,6 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer ein. Grund genug, den spannenden Thriller um einen Personenschützer nun fortzusetzen - und möglicherweise zur Reihe werden zu lassen. Vier Jahre nach dem ersten Film soll Tobias Oertel als BKA-Spezialist im neuen 90-Minüter "Der Beschützer - Wissen, das tötet" zur Samstagsprimetime eine von ausländischen Geheimdiensten bedrohte Unternehmerfamliie beschützen.

Nötig ist das wegen des Mordes an Firmengründer Julian Raabe (Jonas Minthe), der direkt zu Beginn von Agenten kaltblütig erschossen wird, als er gerade sensible Daten seines Energie-Start-Ups sichern will. Sein Bruder und Unternehmenspartner Eduard (Jan Krauter) überlebt unentdeckt, braucht aber, wie seine Familie, fortan rund um die Uhr Schutz. Für seinen neuen Auftrag erhält der von Oertel klassisch wie rätselhaft verkörperte Personenschützer Jan Schäfer einen neuen Partner - zu seiner Überraschung eine junge Frau namens Ilka Freuding, kühl und klug gespielt von Paula Essam. Geschlechter- und sonstige Genre-Stereotype umschifft der Film von Regisseurin Ziska Riemann elegant, ohne unkritisch zu sein.

Das Duo hat jedenfalls jede Menge zu tun: Zimmer, Garten, Auto, Jobs - alles wird penibel gesichert, am besten verlassen die potenziellen Zielpersonen das Haus gar nicht. Darauf hat der pubertierende Sohn Marian (Philip Günsch), der obendrein wegen eines Herzfehlers in Behandlung ist, allerdings nicht so viel Lust. "Wir können nun beschützen, wer beschützt werden will", kredenzt Schäfer eine seiner regelmäßigen Weisheiten. Besorgt beobachtet wird die freundliche Übernahme der Villa hingegen von Mutter Hanna, gespielt von Wanda Perdelwitz in einer ihrer letzten Rollen. Die Schauspielerin starb im Oktober 2025 mit nur 41 Jahren an den Folgen eines schweren Fahrradunfalls.

Wendungsreich und politisch relevant

Weshalb die Schutzfamilie überhaupt ins Visier der Killer gerät, scheint von Anfang an klar zu sein: Den Forschungsergebnissen zufolge, die Julian Raabe kurz vor seinem Tod sichern wollte, könnte Wasserstoff als Energieträger ("alternativer Katalysator") tatsächlich profitabel sein. "Wenn die das schaffen, wird Wasserstoff zu einer echten Energiealternative. Also Adieu Öl und Gas", verweist Freuding auf die polit-ökonomischen Implikationen. Weltwirtschaft, Geopolitik, Sicherheitsinteressen: "Der Beschützer" fährt thematisch große Geschütze auf. "Es deutet einiges auf Russland hin", heißt es über die Angreifer; und während die Unternehmensanwältin (schön zwielichtig: Valerie Niehaus) angesichts der Gefahr rät, einfach aufzugeben, denkt der neue Firmenboss gar nicht dran.

Bei allem Polit-Thriller-Stoff gelingt dem Drehbuch von Oke Stielow und Christian Kaps (Idee: Michael Ehnert) die Balance: Vor dem Hintergrund von Weltkonflikten und Verschwörung gibt es detaillierte Einblicke in die Arbeit von Personenschützern, aber auch in ihre privaten Probleme und die ihrer Schutzpersonen. Unlautere Methoden der Politik treffen vor Düsterkulisse auf psychologische Tiefe und familiäre Dramen. So nähert sich Schäfer dem aufmüpfigen Teenager Marian, der schonmal zur Freundin aus dem Haus schleicht, nicht nur per Jugendslang an ("Kann ich jetzt gehen?" - "Safe"), sondern auch, indem er sein eigenes aufwühlendes Leben offenlegt und etwa vom Zusammenleben mit seiner Schwester auf einem Bauernhof berichtet. Der Eigenbrötler, dessen biografische Last hier clever weitererzählt wird, gibt die Distanz des Profis auf - mit gefährlichen Folgen.

"Der Beschützer" funktioniert auch im zweiten Film so gut, weil Florian Oertel mit seiner Titelfigur brisante Ambivalenzen auslotet: Der, der uns beschützen soll und aus diesem Grund über alle Zweifel und Unsicherheit erhaben sein sollte, blickt selbst in dunkle Abgründe. Zusammen mit der wendungs- und actionreichen Handlung samt politischer Relevanz zeigt sich hier ein Potenzial, das man gerne weiter ausgereizt sähe. Denn auch wenn das Konzept sicher nicht nur innovativ erscheint: Man mag Beschützer, vor allem wenn sie so unterhaltsam in Szene gesetzt werden.

Der Beschützer - Wissen, das tötet - Sa. 21.03. - ARD: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst