Manchmal sind die Gäste bei "Bares für Rares" älter als ihre Mitbringsel, meist jedoch ist es umgekehrt. In der Dienstagsfolge überraschte eine Verkäuferin mit der Erklärung, was sie mit dem Erlös für ihren Schmuck plante: ihre 102. Geburtstagsfeier!
Horst Lichter begrüßte eine Besucherin am Dienstag mit dem Kompliment: "Was für ein angenehmes Lächeln Sie haben!" Gertraud aus Speyer war mit ihrem Enkel Alex angereist. Ihr Mitbringsel sollte im Idealfall zur Finanzspritze für eine geplante Familienfeier werden.
Stolz beschrieb die Dame ihren Enkel als "sportlich". Lichter fand: "Das bist du aber auch, Gertraud." Gertraud stimmte zu. "Ja, Leichtathletik, Schwimmen, Skifahren ... Wenn man 100 Jahre ist, hat man ..." Der Moderator fiel ihr überrascht ins Wort ... "100 Jahre?!", wiederholte Lichter ungläubig. Sie würde bald 101 werden, bestätigte Gertraud. "Respekt!", war Horst Lichter noch immer beeindruckt. "Ich würde jetzt am liebsten nur über dein Leben reden, aber du hast eine sehr schöne Brosche mitgebracht", so Lichter.
Befragt nach der Herkunft ihrer Brosche erklärte Gertraud: "Ich habe sie von meiner Mutter geerbt und die hat sie von ihrer Mutter geerbt." Die Nadel habe sie dünner machen lassen, aus Sorge, das voluminöse Original könne Blusen durchstechen. "Ich habe sie nur ein einziges Mal angehabt", berichtete Gertraud. "Und für meine Schwiegertöchter oder Enkelkinder ist es auch nicht das richtige." Ihr war bekannt, dass der Schmuck aus Leipzig stamme. "Zwei Stile vereint" sah der Schmuckexperte Patrick Lessmann hier.
Namentlich ging es ihm um die Kombination aus Stabnadel und der schiffchenförmigen Form. Der Experte schätzte die Herstellungszeit auf das Ende des 19. Jahrhunderts. Lichter wollte mehr über den Zustand der Brosche wissen. "Man sieht, dass sie die Brosche wenig getragen haben", glaubte Patrick Lessmann zu erkennen. Die Besucherin stimmte zu. "Bis auf einen fehlenden Stein keine Beschädigungen", fasste Lessmann zusammen. Horst Lichter wollte nun den Preiswunsch hören. "Man sieht, dass sie die Brosche wenig getragen haben", glaubte Patrick Lessmann zu erkennen. Die Besucherin stimmte zu. "Bis auf einen fehlenden Stein keine Beschädigungen", fasste Lessmann zusammen. Horst Lichter wollte nun den Preiswunsch hören.
"Das Familienfest nächstes Jahr ist gesichert, da werde ich 102"
Der Experte kommt quasi zum gleichen Ergebnis wie Oma und Enkel: 800 bis 850 Euro. "Das Familienfest nächstes Jahr ist gesichert, da werde ich 102", freute sich Gertraud. Horst Lichter verabschiedete sie: "Es war mir eine Ehre und ein Vergnügen! Meine Bewunderung!" Hand in Hand mit dem Enkel ging es für Gertraud in den Händlerraum. "Ich habe Ihnen etwas Schönes mitgebracht", war sie überzeugt. Sie stellte die Schmuckschatulle vor Wolfgang Pauritsch ab. Der Händler war sehr angetan von dem, was er zu sehen bekam.
"Eine ganz besonders schöne Stabnadel im Navette-Sil mit hervorragend blinkenden Diamanten", schwärmte Pauritsch. Ihm entging aber der Makel nicht: "Normalerweise wären da 25 Diamanten aber einer fehlt." Lisa Nüdling sah das locker: "Ein bisschen Schwund ist immer." "Zusammen haben wir hier fast ein Karat, ist das richtig?", fragt Wolfgang Pauritsch. Enkel Alex bestätigte dies. "Oh und das hat ja ein Feuer, irre!", schwärmte Lisa Nüdling. "Ist das Rosé-Gold oder ein Rotgold?", erkundigte sie sich bei Waltraud.
"Wie bitte?" Gertraud erklärte ihre Hörprobleme: "Ich bin schon 100 Jahre alt." Die Händler staunten und honorierten die Aussage mit Applaus. Andere würden schon mit 20 Jahren nicht so gut hören, erklärte Walter Lehnertz augenzwinkernd. "18 Karat Gelbgold oder Roségold?", fragte Lisa Nüdling erneut. Diesmal lauter. Letzteres, bestätigte der Enkel Alex. Wolfgang Pauritsch bot 400 Euro. Lisa Nüdling stieg ebenfalls ein - mit 450 Euro. Jan Cizek, Walter Lehnertz und Jos van Katwijk blieben außen vor.