Alexander Gerst hat bei "Inas Nacht" über seine Zeit auf der Internationalen Raumstation ISS gesprochen. Dabei schilderte der Astronaut auch, wie er Krieg und Umweltzerstörung aus dem Weltraum wahrnahm.
Zweimal flog Alexander Gerst bereits ins All. Bei seinen Missionen 2014 und 2018 verbrachte der heute 50-Jährige insgesamt fast ein Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS. Dort arbeitete der deutsche Astronaut mit Kollegen aus den USA, Russland und Japan zusammen.
In der NDR-Talkshow "Inas Nacht" wollte Moderatorin Ina Müller von Gerst wissen, ob selbst fernab der Erde politische Konflikte und Kriege unter den Astronauten zum Thema werden.
"Dann habe ich kapiert, dass da Menschen sterben"
"Das knipst man nicht völlig aus", erklärte Gerst. Der Blick aus dem All habe ihm manche Geschehnisse besonders drastisch vor Augen geführt. "Das ist schon eine komische Sache, so von oben einen Krieg zu sehen, überhaupt so Umweltzerstörung zu sehen. Man sieht ja auch, wie die Menschen so den Amazonas-Regenwald niederbrennen", sagte der Astronaut. Einen Krieg aus dieser Perspektive beobachten zu können, "das hat mich mitgenommen", räumte er ein.
Besonders im Gedächtnis geblieben sind Gerst Beobachtungen aus dem Nahen Osten. Von der ISS aus habe er dort Raketen wahrgenommen, zunächst allerdings nicht erkannt, was sich vor seinen Augen abspielte.
"Ich wusste gar nicht, was das ist. Ich habe nur gesehen, da sind so Lichter und die enden in so Blitzen, und ich dachte, das sieht fast irgendwie schön aus - und dann habe ich kapiert, dass da Menschen sterben", erinnerte sich Gerst bei "Inas Nacht".
Aus der großen Entfernung habe der Konflikt für ihn umso schwerer nachvollziehbar gewirkt. Es habe für ihn keinen Sinn ergeben, "weil das alles so klein ist", beschrieb Gerst seinen Blick von der Raumstation. Diese Wahrnehmung teilten seine anderen Kollegen ebenfalls: "Das sehen auch alle so da oben."
Quelle: teleschau – der mediendienst