Markus Söder hat im Dezember zu einem Adventskonzert mit Florian Silbereisen eingeladen – bezahlt wurde die Show komplett aus der Staatskasse. Nun sorgt die Veranstaltung für Kritik und viele Fragen.
Es sind auch im Freistaat Zeiten knapper Kassen angebrochen. Bayerns Ministerpräsident Söder richtete im Dezember in München ein pompöses Adventskonzert aus, Florian Silbereisen moderierte, zahlreiche Promis kamen. Nun ist klar, was das den Steuerzahler gekostet hat.
Für die festliche Musik-Gala kurz vor Weihnachten 2025 legte die bayerische Staatskanzlei den Rotstift offenbar zur Seite. Rund 130.000 Euro hat das erste Adventskonzert des bayerischen Ministerpräsidenten Ende des vergangenen Jahres gekostet. Die Summe nannte die Staatsregierung im bayerischen Landtag auf Drängen der Grünen-Fraktion. Wie zunächst der "Münchner Merkur" berichtete, habe es zuvor auf mehrere Anfragen nur ausweichenden Antworten gegeben.
Grünen-Politikerin wirft Markus Söder "Showpolitik" vor
Stattgefunden hatte die Gala am 15. Dezember 2025 in Cuvilliés-Theater der Münchner Residenz - auf Einladung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder persönlich. Volksmusik-Star Florian Silbereisen führte durch den Abend, an dem unter anderem Claudia Koreck, Hans-Jürgen Buchner (Haindling) und die Regensburger Domspatzen auftraten.
Auch die Schauspiel-Stars Veronica Ferres und Udo Wachtveitl ("Tatort") waren zu Gast. Söder kam zum Zwecke eines Doppelinterviews mit dem Nürnberger Christkind auf die Bühne. Angekündigt war der Abend "als Zeichen der Wertschätzung des Freistaats für das Ehrenamt".
Kritik an den Kosten kam von der Grünen-Finanzpolitikerin Claudia Köhler: "130.000 Euro für ein Konzert, um den Ministerpräsidenten als Freund der Musik und der Ehrenamtlichen erscheinen zu lassen, im Entwurf des Haushaltsplans 2026 fehlen dagegen 1,2 Millionen Euro für die Musikschulen im Vergleich zum Ansatz 2025", kritisierte sie. Diese Lücke hätten oft ausgerechnet die Ehrenamtler zu schließen. Köhler warf dem CSU-Chef "Showpolitik" vor.
Staatskanzlei antwortete erst nach langem Hin und Her
Nach Angaben von Claudia Köhler, der stellvertretenden Vorsitzenden der Grünen-Landtagsfraktion, hat sich die Staatskanzlei über einen längeren Zeitraum geweigert, die geforderte Summe offenzulegen. Erst nach "zwei Anfragen und einer Monierung mit mindestens vier Verwaltungsakten" erteilte Staatskanzleichef Florian Herrmann schließlich auf Nachfrage von Landtagspräsidentin Ilse Aigner die Auskunft.
Köhler kommentierte: "Die Versuche, eine korrekte Antwort zu umgehen, lassen mich hoffen, dass der Ministerpräsident wenigstens ein schlechtes Gewissen hat." Herrmann begründete seine späte Antwort damit, dass die Kosten zum Zeitpunkt der Anfrage noch nicht beziffert werden konnten.