Uli Hoeneß spricht zehn Jahre nach seiner Haft-Entlassung über seine Zeit im Gefängnis. Auch die Stunden danach werde er nicht vergessen.
Am 29. Februar 2016 endete Uli Hoeneß' Haft. Er war am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Zehn Jahre nach seiner Freilassung blickt der frühere Manager des FC Bayern im Bild-Interview auf dieses Kapitel zurück.
Zu Mithäftlingen habe er heute keinen Kontakt mehr, gibt er an. "Wenn man morgens aufwacht und ein Mörder sitzt vor deinem Bett und erzählt dir seine Lebensgeschichte, weiß man nicht, ob man das unbedingt erleben will", so Hoeneß. Er habe in der Phase etwa 5500 Briefe erhalten, die ihn teils zu Tränen gerührt hätten. Der Unternehmer bewahrt diese Briefe noch immer auf. "Ich habe sie in einer großen Kiste und schaue ab und zu mal rein."
Von Blaskapelle empfangen - Uli Hoeneß' Stunden nach seiner Entlassung
Für ihn sei es "fast unvorstellbar, dass es schon so lange her ist", sagte der 74-Jährige mit Blick auf seine Haft-Entlassung: "Ich werde die letzte Nacht im Gefängnis nicht vergessen. Alle Journalisten haben gedacht, dass ich an dem 29. Februar gegen Mittag aus der JVA aus dem Tor marschiere. Keiner hatte damit gerechnet, dass mich die Gefängnis-Leitung schon um kurz nach 0 Uhr entlassen würde. Meine Frau und mein Sohn haben mich abgeholt."
Zu Hause am Tegernsee hätten viele Freunde gewartet, "sogar eine Blaskapelle hat vier, fünf Lieder gespielt. Wir haben dann bis morgens um 5 Uhr Schafkopf gespielt. Unvergesslich", führt er fort. Die Zeit im Gefängnis bezeichnet er als "wichtigen Teil" seines Lebens. "Ich habe in der damaligen - vor allem für meine Familie sehr schwierigen Zeit - einiges für mein Leben mitnehmen können und danach auch einiges anders gesehen", so der Ex-Fußballprofi: "Demut. Soziale Verantwortung. Das war mir immer wichtig, aber es wurde noch verstärkt."
Uli Hoeneß ist Gründungsmitglied und stellvertretender Vorstand des FC Bayern Hilfe e.V., der die Förderung von Bildung und Erziehung, der Jugend- und Altenhilfe, des Sports sowie hilfsbedürftige Personen unterstützt. 2012 erhielt er für sein soziales Engagement die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste, gab sie jedoch 2014 wieder zurück. Er unterstützt zudem unter anderem die Dominik-Brunner-Stiftung für mehr Zivilcourage.
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