Ihr Partyschlager landete wegen "Sexismus" auf Volksfest-Index - Mirja Boes ist darauf "stolz"

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Mirja Boes
Mirja Boes spricht in einem Podcast darüber, wie es ihr damit ergeht, dass ihr Ballermann-Hit "20 Zentimeter" auf einer Liste mit Songs steht, die auf der Erlanger Bergkirchweih möglichst nicht mehr gespielt werden sollen.
2024 Getty Images/Gerald Matzka

Fragwürdige Ehre für Mirja Boes: Ihr einstiger Ballermann-Hit "20 Zentimeter" landete auf einer Liste mit Liedern, die auf der Erlanger Bergkirchweih möglichst nicht gespielt werden sollen. Im Podcast von Hans Sigl äußerte sich die Komikerin verständnislos, aber nicht überrascht.

"20 Zentimeter", ein 26 Jahre alter Ballermann-Hit von Komikerin Mirja Boes, steht auf einer Liste mit Songs, die auf der Erlanger Bergkirchweih möglichst nicht mehr gespielt werden sollen. Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt stuften den Titel im Mai dieses Jahres als sexistisch ein. Im Podcast "Betreff: Leben" von Schauspieler Hans Sigl bezog Boes nun Stellung zu der Maßnahme.

Geärgert habe sich die 55-Jährige über die Einstufung des Liedes nicht. "Ich war stolz", erklärte sie im Gespräch mit "Bergdoktor"-Star Sigl. Verständnis brachte sie aber auch nicht auf: Auch wenn sie dieses Lied gesungen habe, sei sie schließlich nie "mit einem Maßband durch den Alltag gegangen", um zu gucken, was denn bei den Männern los sei. Für sie sei es "ein Spaß" gewesen. Damals habe sie nicht damit gerechnet, dass der Song irgendwann auf einer solchen Liste landen würde. Aus heutiger Sicht wundere es sie allerdings nicht.

Auch "Skandal im Sperrbezirk" steht auf der Liste

Als sie erfahren habe, dass ihr Song auf der für die Volksfest-Wirte gedachten Liste stehe, habe sie Mickie Krause noch am selben Tag geschrieben. Sie sei froh, ihn zu kennen, denn er habe gleich vier Lieder auf der "schwarzen Liste", scherzte Boes im Podcast. Auch "Skandal im Sperrbezirk" der Spider Murphy Gang ist dort genannt. "Es war ja auch Satire. Es war Persiflage", verteidigte Sigl den Hit der Münchner Band.

Der Titel, der rund zweieinhalb Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung für Gesprächsstoff sorgt, heißt "20 Zentimeter" und erschien im Jahr 2000. Damals veröffentlichte Boes den Partyschlager unter ihrem Künstlernamen "Möhre" und feierte damit Erfolge am Ballermann. Der Text ist zweideutig: Boes singt über einen Mann, der offenbar einen ganz bestimmten körperlichen Vorzug mitbringen sollte.

Genau diese Anspielungen dürften auch dazu beigetragen haben, dass der Song auf der Erlanger Liste gelandet ist. Gegenüber den "Nürnberger Nachrichten" betonte die Stadt Erlangen, dass es sich bei den zwölf Songs nicht um eine Verbotsliste handele. Die Liste sei als Orientierung und Sensibilisierung gedacht.

Quelle: teleschau – der mediendienst