Arnold Schwarzenegger war in den 1980ern und 1990er der größte Actionstar der Welt. Der letzte Kinofilm des "Terminator"-Darstellers liegt bereits einige Jahre. Was hat er gerade im Köcher?
Arnold Schwarzenegger ist ein Phänomen, auch dieser Hinsicht: Den Höhepunkt seiner Karriere hat der 1980er- und ^1990-Actionstar überschritten, dennoch ist er allgegenwärtig. Zuletzt auf dem Münchner Oktoberfest, auf dem er einmal mehr eine Blaskapelle dirigierte. Arnie, wie er noch immer liebevoll genannt wird, als sei er jedermanns Kumpel, ist zudem auch als Werbestar dauerpräsent. Er meldet sich allenthalben über diverse Social-Media-Kanäle zu Wort, ist also das, was man einen Influencer nennt. Und er schreibt fleißig Bücher, das nächste nach seinem letzten, dem Ratgeber "Be Useful", erscheint im US-Handel im Januar nächsten Jahres. "Better Every Day: An Action Plan for a Full Life" heißt es und soll, so Schwarzenegger, ein "Leitfaden" sein, das "voller Geschichten" sei aus seinem Leben.
So weit, so typisch Schwarzenegger: umtriebig, produktiv, erfolgreich. Was aber passiert bei ihm gerade auf dem weiten Feld der Schauspielerei? Woran arbeitet er gerade, wo er doch früher, in seiner Glanzzeit, bis zu zwei Filme im Jahr vorlegte. Diese Zeit ist vorbei, was sicher auch dem Alter des 79-Jährigen geschuldet ist, und der Tatsache, dass sich das Actiongenre grundlegend gewandelt hat. Sogar als Terminator wird sein Stand immer schwerer. Als James Cameron jüngst verriet, dass er an einem Drehbuch für einen nächsten Teil der Sci-Fi-Zeitreise-Reihe arbeite, zeigte er gleich auf den Elefanten im Raum: Schwarzenegger werde nicht dabei sein. Er, Cameron, wolle "neues Zeug" machen, mit einer "neuen Generation von Figuren". Heißt im Umkehrschluss: Bei so viel Neuem hat das Alte keinen Platz, nicht einmal er, Schwarzenegger, das Gesicht der Filme.
Schwarzenegger bald zurück bei den Wurzeln
Alt? Nein, zu den alten Eisen gehört Arnie noch lange nicht. Noch dreht er weiter Filme, und er dreht sogar Action-"Zeug", um es mit den Worten Camerons zu sagen, Wenn auch nicht mehr auf dem Niveau von früher, in finanzieller Hinsicht jedenfalls. Die Actionserie "Fubar" stellte Netflix schon nach zwei Staffeln ein. In den 90er-Jahren wäre so etwas als Majestätsbeleidigung aufgefasst worden oder noch schlimmer: als Akt der Blasphemie gegenüber einem Heiligtum des (Action-)Kinos. Heute aber hat das Zugpferd Schwarzenegger nicht mehr Kraft von früher, als sein Name schon reichte, um einen Film zu einem Blockbuster zu hieven. Sogar sein letzter Auftritt als Terminator in "Dark Fate" (2019) - übrigens, sein bislang letzter Kinofilm - endete an der Kinokasse an der Schwelle zum Flop.
Abschreiben sollte man den Erfolgsverwöhnten aber nicht. Dass Schwarzenegger wieder kommen wird, gilt als ausgemacht. Sicher auch mit dem einen oder anderen Filmprojekt, an dem er gerade arbeitet. Der vielversprechendste dürfte der Film sein, dessen Titel schon wie Musik klingt in den Ohren der Fans: "King Conan", eine weitere Fortsetzung aus der "Conan der Barbar"-Reihe, die Schwarzenegger seinerzeit den Durchbruch in Hollywood ermöglichte. Der Inhalt hat Potenzial für großes Kino: Aus dem Barbaren von einst ist ein König geworden, ein alter König, der mit seiner Vergangenheit und seiner Sterblichkeit ringt. Die erste Klappe für das Actionepos, das Schwarzenegger mit dem Westernepos "Erbarmungslos" verglichen hat, soll 2027 fallen. Regie führt, auch das lässt aufhorchen, Christopher McQuarrie, der Macher mehrerer "Mission: Impossible"-Filme.
Bald ist Schwarzenegger als Santa unterwegs
Auch lachen dürfen Fans mit und wegen Arnie demnächst. In der Weihnachtskomödie "The Man with the Bag" spielt er den Weihnachtsmann, dessen mit Geschenken prallgefüllter Zaubersack gestohlen wird, weshalb Santa auf die Hilfe eines Diebes (gespielt von "Reacher"-Darsteller Alan Ritchson) setzt. Die Amazon-Produktion von Adam Shankman ("Was Männer wollen") ist bereits abgedreht und soll ab 2. Dezember auf dem Streaming-Dienst abrufbar sein.
In trockenen Tüchern ist auch das dritte Filmprojekt, das Schwarzenegger im Köcher hat: "Kung Fury: The Movie", eine Spielfilmfassung des gleichnamigen schwedischen Kurzfilms aus dem Jahr 2015, einer kruden Martial-Arts- und 80er-Jahre-Hommage, die heute Kultstatus genießt. Schwarzenegger spielt in der schrillen Actionkomödie, die schon 2019 abgedreht wurde, dann aber wegen eines Rechtsstreits im Regal landete. den US-Präsidenten. Mit von der Partie sind auch Michael Fassbender sowie - auch das zeigt die Richtung an, in die sich der Film bewegt, nämlich hin zum verspielten, gewollten Trash - Ralf Moeller und David Hasselhoff. Ob und wann "Kung Fury" in Kinos kommt, steht noch nicht fest.
Anders als diese unumstößliche Tatsache: Arnold Schwarzenegger, der eigentlich nie wirklich weg ist, kommt bald wieder. Und zwar schneller, als das selbst seine größten Fans zu hoffen wagten. Am 25. September wiederholt der BR um 22.50 Uhr einen seiner Klassiker, den Sci-Fi-Actioner "Running Man".