Beiname abgelegt: Darum ist Finch nicht mehr asozial

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Finch
Finch heißt eigentlich Nils Wehowsky. In einem Interview erklärte der 35-Jährige, warum er seinen Beinamen "Asozial" abgelegt hat.
2024 Getty Images/Gerald Matzka

Früher war Rapper Finch vor allem für seine sexistischen und gewaltverherrlichenden Songtexte bekannt. Inzwischen, so sagt er, sei ihm seine "Verantwortung" bewusst geworden.

Im vergangenen Oktober sorgte er mit einer ungewöhnlichen Aktion für Schlagzeilen. Sogar die "tagesschau" berichtete darüber, weil er einen Fan von seiner Veranstaltung schmiss, nachdem dieser eine Frau bedrängt hatte. Die Rede ist von Finch, der mit seinem konsequenten Eingreifen viele überraschte. Schließlich galt der Rapper lange als Provokateur, dessen Songs immer wieder durch sexistische und gewaltverherrlichende Inhalte auffielen. Doch diese Phase sieht er heute als abgeschlossen an. Auch seinen ehemaligen Beinamen "Asozial" hat der Musiker, der jetzt mit "Aussenseiter Spitzenreiter" ein neues Album vorlegt, inzwischen abgelegt.

Nils Wehowsky, wie der heute 35-Jährige mit bürgerlichem Namen heißt, stammt ursprünglich aus dem Battle-Rap. In einem Interview mit dem "Spiegel" erklärte er, dass es ihm damals vor allem darum ging "zu schocken". Mittlerweile habe sich seine Sichtweise verändert. Mit wachsendem Erfolg sei ihm auch seine "Verantwortung" bewusster geworden. Deshalb trete er heute nur noch unter dem Namen Finch auf. "Auch wenn ich das Asoziale aus der Battle-Rap-Zeit noch immer in mir trage", wie er im Interview verriet. Bereits Anfang Mai 2021 machte er über Instagram öffentlich, dass er künftig ausschließlich den Künstlernamen Finch verwenden werde.

"Alles nur, weil ich Kunst gemacht habe"

Trotz seiner persönlichen Entwicklung setzt sich der Rapper weiterhin mit seiner Vergangenheit auseinander. Mit Blick auf ältere Songs, die teilweise menschenverachtende Passagen enthalten, betont Finch, wie wichtig es sei, "über das Werk zu sprechen und es zu erklären, statt etwas zu verbieten oder wegzuschmeißen." Nur so könne überhaupt eine Weiterentwicklung stattfinden. Hintergrund dieser Aussage ist unter anderem ein Vorfall aus dem Jahr 2020. Damals veröffentlichte die Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes" ein Video, in dem Frauen sexistische Raptexte vorlasen, darunter auch Zeilen aus zwei Songs von Finch.

Die anschließende Kritik empfand der Musiker jedoch als überzogen. Die Leute haben Videos hochgeladen, in denen sie den Rapper fies beleidigten. "Und das alles nur, weil ich Kunst gemacht habe", erklärt er im Gespräch. Man müsse seine Musik nicht mögen, sagt Finch. Bevor man ihn jedoch persönlich angreife, könne man zunächst das Gespräch mit ihm suchen. Und wer "Frauen wirklich anfasst", habe in seiner Welt keine Daseinsberechtigung.

Heute gebe es sogar Zeilen, die Finch nicht mehr rappe. Er habe sein Image geändert und seinen Beinamen abgelegt, weil er sich damit nicht mehr wohlfühle, gesteht er im Interview. "Wenn ich jetzt sage, dass ich das bereue, haben die Leute dann ihren Seelenfrieden?", fragt er.

"Vater eines wunderschönen Mädchens"

Auch privat hat sich in den vergangenen Jahren beim in Frankfurt an der Oder geborenen Künstler einiges verändert. Im April 2023 verkündete Finch über Instagram, dass er Ende 2022 "Vater eines wunderschönen Mädchens" sei. Sein Kind wolle er jedoch bewusst aus der Öffentlichkeit heraushalten.

"Meine Tochter mag Handys genauso wenig wie ich, also denkt gar nicht daran mich nach nem Foto zu fragen, wenn ich mir ihr unterwegs bin", schrieb er damals unter das Bild. Es zeigt Finch, der voller stolz seine kleine Tochter in den Armen hält. Das Gesicht des Kindes sieht man nicht. Wer die Mutter des Kindes ist, verrät der Musiker nicht. Liiert ist der Rapper mit Chupz Ink, wie sie sich selbst bei Instagram nennt. Kennengelernt habe sich das Paar beim Spielen von Pokémon Go.

Quelle: teleschau – der mediendienst