In den 1970er Jahren wurde er durch die Kult-Fernsehserie «Münchner Geschichten» bekannt. Doch Günther Maria Halmer war weit mehr als Aufschneider «Tscharlie». Jetzt ist er gestorben.
Der als «Tscharlie» in der Kultserie «Münchner Geschichten» bekanntgewordene Schauspieler Günther Maria Halmer ist tot. Der gebürtige Rosenheimer sei am Sonntag im Alter von 83 Jahren gestorben, teilte das Münchner Residenztheater mit. Zuvor hatten unter anderem «Bild» und «Bunte» berichtet.
Im vergangenen Jahr war Halmer auf die Bühne des Residenztheaters zurückgekehrt, wo er in dem Stück «Gschichtn vom Brandner Kaspar» von Franz Xaver Kroetz die Titelfigur spielte. Es sollte seine letzte Rolle sein.
Staatsintendant Andreas Beck schreibt in einem Nachruf, Halmer sei ein wundervoller Kaspar Brandner gewesen. Er habe die Rolle geliebt, und es sei ihm schwergefallen, sie nach nur zwölf Vorstellungen abzugeben. «Er sagte mir damals, er wäre krank und dass er jetzt fürs Erste pausieren und nicht mehr spielen werden könne. Ich habe ihm gesagt, dass die Rolle und wir auf ihn warten», so Beck. Und weiter: «Es tut mir unendlich leid.»
Seit seinem TV-Debüt Mitte der 1970er Jahre als «Tscharlie» in Helmut Dietls «Münchner Geschichten» stand Halmer für hochwertige und abwechslungsreiche Fernsehunterhaltung. In zahlreichen Filmen und Serien reifte der markige Oberbayer zum vielseitigen Darsteller, der auch in internationalen Produktionen wie «Gandhi» überzeugte. Er stand neben Stars wie Senta Berger, Hanna Schygulla und Meryl Streep vor der Kamera.
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder würdigte Halmer in einem Nachruf als «echtes bayerisches Original mit internationaler Strahlkraft». Der Freistaat werde ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren. ARD, ZDF und Bayerischer Rundfunk kündigten Programmänderungen an. Die beiden bundesweiten Sender wollten am Samstag Halmer-Filme ausstrahlen, das Bayerische Fernsehen zunächst am Freitagabend zwei Folgen der «Münchner Geschichten», gefolgt von zwei weiteren Sendungen am Montag.
Vom Gymnasium geflogen und zum Schauspieler gereift
Halmers Vater war Jurist, streng katholisch und autoritär, die Mutter liebevoll, aber krank. Trost und Zuflucht fand er als Jugendlicher im Kino, bei Leinwandhelden wie John Wayne.
Halmers Schullaufbahn und beruflicher Einstieg verliefen wenig gradlinig: Er flog vom Gymnasium, schmiss eine Lehre in der Hotellerie und eckte auch bei der Bundeswehr an. Von seinem Traumjob Pilot musste er sich verabschieden.