Pflege am Limit und Aufruf zu Demokratie
«Es muss sich etwas verbessern für alle Pflegekräfte», verlangte Benesch. «Der erste und der letzte Mensch, der uns berührt in diesem Leben, ist höchstwahrscheinlich eine Pflegekraft.» Durchschnittlich nach vier Jahren verließen die Pflegekräfte den Beruf, weil er psychisch und physisch krank mache - dabei diskutiere man in der Politik über zu lange Krankschreibungen und trete nach unten.
Der mit dem Ehrenpreis des Ministerpräsidenten ausgezeichnete Florian David Fitz wandte sich mit Blick auf die internationale Lage «nach diesem Wochenende, das wir hinter uns haben» an alle, die sich für die Demokratie einsetzten – ob an Ständen in der Fußgängerzone oder in Parlamenten. Er danke allen, die versuchten, den «schwerfälligen demokratischen Tanker, in dem wir sitzen», zu navigieren – während sich andere viel schneller bewegten, weil sie sich nicht an demokratische Werte hielten.
Den Ehrenpreis überreichte nicht Markus Söder (CSU) selbst, der gerade an Krücken geht und seine Teilnahme an der Gala absagte, sondern Staatsminister Florian Herrmann (CSU). Söder hatte Fitz zuvor gewürdigt und hervorgehoben, er präge und bereichere die deutsche Filmkultur.
Vier Mädchen, vier Epochen, ein Gefühl von Hoffnung
Mit «In die Sonne schauen» holte die Berliner Filmemacherin Mascha Schilinski den Regiepreis. Die Jury lobte die Intensität und Sensibilität, mit der sie das Leben von vier Mädchen aus verschiedenen Epochen auf einem Vierseitenhof erzählt. Die Regisseurin schenke «das Licht der Sonne – und damit Hoffnung und Wärme, die über den Film hinauswirken».
Durch verwaschen wirkende Bilder bekommt der Film eine besondere Atmosphäre: Kameramann Fabian Gamper bekam den Preis für Bildgestaltung für «eine Kameraarbeit von seltener poetischer Kraft», so die Jury.
Kultstatus mit Manitu
Der vielfach ausgezeichnete Münchner Schauspieler und Regisseur Michael «Bully» Herbig, nun für «Das Kanu des Manitu» erneut geehrt, sagte: «In die glücklichen Gesichter eines Publikums zu gucken, ist die größte Belohnung.»
Den Preis der Kategorie Entdeckung bekamen für ihr «intensives Spiel» die Schauspieler Heike Hanold-Lynch und Til Schindler in den Rollen als Mutter und Sohn in dem Film «Scham», der nächste Woche in den Kinos anläuft. Den Newcomer-Regiepreis erhielt Michael Kofler für «Zweitland». Der Film zeige deutlich die Zerrissenheit der Menschen in Südtirol, sagte Reinhold Messner in einer Videobotschaft. Wie «Karla» sind «Scham» und «Zweitland» Produktionen des Bayerischen Rundfunks, wie der Sender mitteilte.
Den Dokumentarfilmpreis bekam Daniel Abma für «Im Prinzip Familie», in dem Erwachsene, die keine leiblichen Eltern sind, Vertrauen und Geborgenheit schenken. «Wir wollten einen Film machen über die Kinder- und Jugendhilfe», sagte Abma - und zeigen: Dies sei «systemrelevant und definitiv unkürzbar».
Der Preis in der Kategorie Bester Kinderfilm ging an Julia Lemke und Anna Koch für «Zirkuskind» über den Jungen Santino, der in einer Zirkusfamilie aufwächst.
Der Bayerische Filmpreis wird seit 1979 vergeben. Gewürdigt werden herausragende Leistungen in elf Kategorien, der Preis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen in der deutschen Filmbranche.