Eine Brandkatastrophe bei einer Silvesterparty in der Schweiz kostet etwa 40 Menschen das Leben. Die Identifizierung der Opfer wird wohl noch dauern. Die Behörden kündigen Aufklärung an.
Das verheerende Feuer bei einer Silvesterfeier in einer Bar im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana hat Schock und Bestürzung ausgelöst. Ungefähr 40 Menschen waren laut offiziellen Angaben bei der Brandkatastrophe ums Leben gekommen, 115 weitere wurden größtenteils schwer verletzt. «Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien, die es in der Geschichte dieses Landes gab. Wir sind bestürzt», sagte der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der vom «Drama von Crans-Montana» sprach. Einige Opfer schwebten am Abend noch in Lebensgefahr.
Die Silvesterparty in der Bar «Le Constellation» in dem beliebten Touristenort hatte sich in der Silvesternacht binnen weniger Minuten in ein Inferno verwandelt. «Es herrschte absolute Panik, alle schrien», berichteten die Französinnen Emma und Albane im Sender BFMTV über die dramatischen Momente nach dem Ausbruch des Feuers. «Jemand schlug ein Fenster ein, damit die Leute rauskamen.»
Ein anderer Augenzeuge, Samuel Rapp, berichtete von schreienden jungen Menschen auf der Straße mit versengten Haaren, die sich die Kleider vom Leib rissen. «Es war der Horror», sagte er dem Schweizer Fernsehen.
Auswertung von Telefonen vom Brandort
Die Ursache für den Brand ist weiter unklar. «Es gibt mehrere Hypothesen, unsere Hauptthese ist, dass der gesamte Raum Feuer gefangen hat, und das zu einer Explosion geführt hat», sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud. Die Ermittlungen liefen. Dazu würden auch am Brandort gefundene Telefone ausgewertet.
Die Augenzeuginnen aus Frankreich sagten, das Feuer sei durch Kerzen verursacht worden, die in Champagnerflaschen gesteckt hätten. Eine davon sei zu nah an die Decke gekommen, die dann Feuer gefangen habe. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, spekulierte über einen Feuerwerkskörper. Zu diesen Mutmaßungen wollte Pilloud nichts sagen. «Die Untersuchung läuft, die Gründe werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nennen.»
«Viele Schwerverletzte, viele stark Verbrannte»
Die Identifizierung der Todesopfer dauert an. «Wir haben viele Schwerverletzte, viele stark Verbrannte», sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. «Die Identifizierung der Leichen und der Verletzten kann leider noch etwas Zeit brauchen. Wir haben volles Vertrauen in die Teams, die sich um die Identifizierung kümmern.» Dies sei vor allem für die Angehörigen «ein furchtbarer Moment». Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei überwiegend um junge Leute, womöglich auch Minderjährige, wie der Kommandant der Kantonspolizei, Frédéric Gisler, sagte.
Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit Tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht. Es werde «wahrscheinlich auch Opfer aus dem Ausland» geben, sagte Gisler. Über mögliche deutsche Opfer war zunächst nichts bekannt.