Vorliebe für Western-Rollen
Er selbst sah sich am liebsten in Western-Rollen. An der Seite von John Wayne spielte er 1969 in «Der Marshal» den berüchtigten Banditen Ned Pepper, ein Millionenpublikum kennt ihn aus der Western-Serie «Weg in die Wildnis» (Lonesome Dove). Leute würden ihn oft nach seiner Lieblingsrolle fragen, schrieb Duvall mal auf Facebook - und gab die Antwort in einem Video: Es war der Texas-Ranger Augustus McCrae aus der Hit-Serie «Weg in die Wildnis». Der Dreh sei einer der Highlights seines Lebens gewesen. Für die Serie standen mit ihm Tommy Lee Jones, Diane Lane und Anjelica Huston vor der Kamera.
Als Kind habe er viel Zeit auf der Farm seines Onkels im ländlichen Montana verbracht. Hätte er sich nicht für die Schauspielerei entschieden, wäre er bestimmt Cowboy geworden, erzählte Duvall 2020 im Interview der US-Zeitschrift «Cowboys and Indians».
Sohn einer Militär-Familie
Der im kalifornischen San Diego geborene Sohn eines Admirals zog mit der Familie viel um. Seine Eltern hätten ihn zur Schauspielerei überredet, blickte Duvall 2020 im Interview des Militär-Journals «We Are The Mighty» auf seine Karriere zurück. Er habe an einem kleinen College Drama studiert und dort seine Liebe zur Schauspielerei entdeckt.
Nach dem eigenen Militärdienst Mitte der 1950er Jahre lernte er in New York am Neighborhood Playhouse sein Handwerk, zeitweise teilte er sich mit Dustin Hoffman eine Wohnung. Auch Gene Hackman (1930 - 2025) zählte damals zu seinen Freunden und Studienkollegen. Nach Broadway-Rollen gab Duvall 1962 sein Filmdebüt an der Seite von Gregory Peck, als Sonderling Boo Radley in dem Rassismusdrama «Wer die Nachtigall stört».
Marlon Brando als Vorbild
Sein eigenes Idol war Marlon Brando (1924-2004), mit dem er sich in «Ein Mann wird gejagt», «Der Pate» und «Apocalypse Now» die Leinwand teilte. «Er war bahnbrechend», schwärmte Duvall im Interview von «We Are The Mighty». Brando habe die Schauspielwelt umgekrempelt.
Auch mit Tom Cruise habe er gerne gearbeitet, erzählt Duvall. Zusammen standen sie für den Rennfahrerstreifen «Tage des Donners» (1990) und den Kriminalfilm «Jack Reacher» (2012) vor der Kamera.
Vierte Ehe mit Argentinierin
Auf die Frage, worauf er im Leben und in seiner Karriere am stolzesten sei, kam Duvall auf seine vierte Ehefrau Luciana Pedraza zu sprechen. «Wir haben eine schöne Beziehung», sagte der Leinwandveteran. Er schwärmte von ihren Kochkünsten und ihrem Martial-Arts-Kampfgeschick. Seit 2005 war der kinderlose Schauspieler mit der gebürtigen Argentinierin verheiratet. Laut den Medienberichten starb der 95-Jährige «friedlich» in seinem Haus im US-Bundesstaat Virginia im Osten der USA.