«Mach was draus!»: Stefan Raab im Dschungel-Windschatten

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Stefan Raab
Raab versucht es nun im Windschatten des RTL-Dschungels (Archiv).
Stefan Raab
Jens Büttner/dpa

Einst war er ein Zugpferd im Fernsehen - braucht er jetzt selbst eines? Nach eher durchwachsenem Erfolg bei RTL versucht Stefan Raab es dort nun im Windschatten des Dschungelcamps.

Stefan Raab tritt bei RTL jetzt im Windschatten des Dschungelcamps an. Am Dienstagabend wurde seine neue Sendung, eine Dschungel-Spezialausgabe der «Stefan Raab Show», zum ersten Mal ausgestrahlt. Darin nannte er das im australischen Busch gedrehte Erfolgsformat «Ekelfernsehen» und machte auch ansonsten keinen Hehl daraus, dass «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» ihn eigentlich nicht sonderlich interessiert. 

Raab sprach den Namen der derzeitigen TV-Skandalnudel Ariel nicht richtig aus, machte sich über die Nase von Kandidatin Samira Yavuz lustig, drückte seinen Ekel vor Schauspieler Stephen Dürr aus und ging auch sonst ungeniert unter die Gürtellinie. Sein Fazit: Das Dschungelcamp sei ja ohnehin «die Endstation für Promis, die zum Tanzen zu blöd sind». 

Abgesehen von einer einigermaßen bissigen Umdeutung von Gil Ofarims Skandal-Video in der «Davidstern-Affäre» war da noch am lustigsten, dass der Kandidat des Gewinnspiels «Geld oder Gil» ausgerechnet Zahnmedizin studiert. «Da können wir nachher nochmal reden», sagt Raab, dessen auffällige «Kauleiste» auch den RTL-Kollegen in den Sendungen vor ihm eine Bemerkung wert war.

«Raab wird ab heute alles aufarbeiten»

Dschungel-Veteranin Sonja Zietlow etwa kommentierte Raabs neue Sendung am fünften Dschungeltag in ihrer eigenen Show «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» durchaus süffisant: «Stefan Raab wird ab heute alles aufarbeiten, was Jan, ich, Olivia Jones und Angela übrig gelassen haben», sagte sie.

Denn das 30-minütige Raab-Spezial, in dem er das Dschungelcamp in sechs Folgen satirisch kommentieren soll, läuft als «halbe Stunde nach der Stunde danach» erst nach der etablierten Nachbereitung durch die Dschungelexpertinnen Olivia Jones und Angela Finger-Erben. «Mach was draus!», gaben die beiden ihm mit auf den Weg.

Raab tut sich seit seinem Fernseh-Comeback und seinem Wechsel zum einstigen Rivalen RTL nicht ganz leicht beim Publikum. Seine zunächst wöchentlich ausgestrahlte Show «Du gewinnst hier nicht die Million bei Stefan Raab», die in Teilen stark an seine früheren Erfolge auf ProSieben erinnerte, wurde abgesetzt, weil sie hinter den Erwartungen zurückblieb. 

Weitere Show mit Raab angekündigt

Der Sender hat inzwischen eine weitere Samstagabendshow mit dem 59-Jährigen und Barbara Schöneberger (51) angekündigt, die im Frühjahr ausgestrahlt werden soll.

Ob der Ausflug in den Dschungel Raab wieder zurück auf Erfolgskurs bringen wird, muss sich noch zeigen. Ein mögliches Problem: Vor allem nach der «Stunde danach» voller Trash-Expertise bietet Raab wenig Neues. 

Vermutlich ist es vor allem der geneigte Dschungel-Fan, der noch wach ist, wenn Raabs Show beginnt. Und ob dieser dranbleibt, wenn ein Moderator, der die Kandidaten offenbar selbst nicht wirklich kennt, diese nach fast einer Woche einem kundigen Publikum vorstellen will - das ist zumindest fraglich.