Erster Entwurf "funktionierte nicht": So gruselig hätte Animationsheld Shrek beinahe ausgesehen

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Shrek
Vor 25 Jahren, am 22. April 2001, wurde "Shrek" erstmals in einem US-Kino gezeigt.
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Shrek Test Animation
Ursprünglich sollte "Shrek" kein reiner Animationsfilm werden. Geplant war vielmehr, mit Motion-Capture-Technik zu arbeiten. Ein erster Versuch (Bild) fiel jedoch bei DreamWorks-Chef Jeffrey Katzenberg durch.
By DreamWorks - https://www.briandrucker.com/shrek, Fair use
Der Name "Shrek" ist Jiddisch
Shrek - das klingt doch ... genau: wie das deutsche Wort "Schreck". Soll es auch. Der Name des grünen Ogers ist vom jiddischen Wort "shrek" abgeleitet, das wiederum vom deutschen "Schreck" kommt.
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Mike Myers spricht Shrek
m US-Original wird Shrek von Mike Myers ("Austin Powers"-Filme) gesprochen. Myers war allerdings nicht die erste Wahl ...
Frazer Harrison/Getty Images
Chris Farley
Nachdem Nicolas Cage die Sprechrolle zunächst abgelehnt hatte, wurde Schauspieler und Comedian Chris Farley (Bild) für den Job engagiert. Als Farley fast sämtliche Texte eingesprochen hatte, starb er allerdings nur 33-jährig an einer Überdosis.
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Den Esel aus "Shrek" gab es wirklich
Der Esel aus "Shrek" hat ein reales Vorbild: den kalifornischen Zwergesel "Pericles". Der wurde nach einem Internetaufruf von den "Shrek"-Macher ausgewählt, um an ihm die Bewegungen und das Verhalten eines echten Tieres zu studieren.
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"Shrek" gewann 2002 den Oscar
Im Jahr 2002 wurde erstmals ein Oscar für den besten Animationfilm vergeben - und der ging prompt an "Shrek" und damit an den Produzenten Aron Warner (Bild).
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Persönliche Rache
"Shrek"-Produzent Jeffrey Katzenberg arbeitete ursprünglich für Disney, verließ die Studios aber Mitte der 90er im Streit. Die "Rache" folgte ein paar Jahre später: Viele Gags aus den "Shrek"-Filmen machen sich über erfolgreiche Disney-Produktionen lustig.
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Er ist einer der beliebtesten Animationshelden aller Zeiten: Zum 25-jährigen Jubiläum des Kinostarts von "Shrek" präsentieren wir kuriose Fakten über das grüne Sumpfmonster.

Am 22. April 2001 feierte der Film seine Weltpremiere: 25 Jahre sind vergangen, seit mit "Shrek - Der tollkühne Held" der Auftakt einer der beliebtesten Animationsfilmen-Reihen in die Kinos kam. Im Sturm eroberte der Titel gebende grüne Oger nicht nur das Herz seiner Fiona, sondern auch die Sympathien der Zuschauer: grün, plump und einfältig auf der einen Seite und auf der anderen gutmütig, aufrichtig und harmoniebedürftig - Held Shrek war und ist unwiderstehlich. Dass dem ersten Film drei weitere folgten, belegt das eindrücklich. Im Folgenden präsentieren wir die verrücktesten Fakten rund um einen der verrücktesten Animationsfilm-Charaktere.

Zunächst zu Shreks Herkunft: Der Oger ist keine originäre Erfindung aus der Animationsschmiede der Filmstudios DreamWorks. Die Filme basieren auf dem gleichnamigen Kinderbuch von William Steig. Der 1907 geborene und 2003 verstorbene US-Autor verfasste "Shrek!" im Alter von 83 Jahren und verkaufte die Rechte für eine Verfilmung für 500.000 US-Dollar. Ein Schnäppchen für DreamWorks, dessen "Shrek"-Film weltweit mehr als 480 Millionen Dollar einspielte. Insgesamt kommt die vierteilige Reihe auf einen Umsatz von knapp drei Milliarden Doller. Und ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht, Teil fünf steht mit einem Kinostart im Sommer 2027 schon in den Startlöchern.

Beim Namen seines grünen Helden war Steig besonders einfallsreich. Shrek - das klingt doch wie das deutsche Wort "Schreck". Soll es auch, erstens, und zweitens hat sich die Germanisierung im Sprachlichen vor allem in der US-amerikanischen Kulturgeschichte bewährt. Mit deutschen Namen und Begriffen kommen Autoren, Filmemacher, Musiker immer dann gerne um die Ecke, wenn Abgründe und Ängste ausgelotet werden sollen. Das typisch Deutsche ist schließlich neben der "german angst" auch das bange Machende - Nazi-Deutschland sei Dank. Als böse und angsteinflößend gilt in den "Shrek"-Filmen auch der eigentlich liebenswürdige Titelheld, dessen Name sich vom jiddischen Wort "shrek" abgeleitet, das wiederum vom deutschen "Schreck" herrührt.

Was haben Sascha Hehn, Esther Schweins, Mike Myers und Cameron Diaz gemeinsam?

Ganz und gar nicht schrecklich, allenfalls eine schrecklich nette Überraschung war für die deutschen Zuschauer seinerzeit die deutsche Synchronstimme des "tollkühnen Helden". Denn es war Sascha Hehn, der dem Oger seine Stimme gab. Und den kennt die breite Öffentlichkeit unter anderem aus der Kultserie "Traumschiff". Einem traumhaften Schiff, wohlgemerkt, und keinem schrecklich-alptraumhaften.

Weniger gewagt war dagegen die Wahl der Synchronstimme im englischsprachigen Original. Hier war Mike Myers in die Rolle des Ogers geschlüpft, seines Zeichens Comedy-Ass, "Austin Powers" Star und "Saturday Night Live"-Legende. Dabei war Myers gar nicht die erste und nicht einmal die zweite Wahl für die Rolle. Ursprünglich hatte man den Komiker Chris Farley für den Job engagiert, auch er bekannt aus "Saturday Night Live". Als Farley fast alle Texte eingesprochen hatte, starb er allerdings an einer Überdosis. Für die "Shrek"-Macher war das der nächste Rückschlag. Denn vor Farley hatte man den Part Nicolas Cage angeboten, und das ist wiederum ein schrecklich schönes Kuriosum, zumal mit Blick auf die Rollen, die Cage noch spielen sollte, nämlich gerne und oft Männer in Schreckensszenarien von Horrorfilmen oder Psycho-Thrillern.

Doch vom Schrecklichen wieder zurück zum Lustigen. Und damit: Apropos "Saturday Night": Die deutsche Stimme der lieblichen Prinzessin Fiona war keine Geringere als Esther Schweins, einstiges und wunderbares Mitglied der Kult-Comedy-Reihe "RTL Samstag Nacht", dem deutschen Pendant von "Saturday Night Live". Dass Schweins auch ihren Job bei "Shrek" gut gemacht hat, steht außer Zweifel, dafür spricht schon, dass sie auch bei allen drei Fortsetzungen dabei war. Eine Garantie dafür, dass sie auch ein fünftes Mal die Fiona gibt, ist das allerdings nicht. Noch aber ist die deutsche Synchro-Besetzung nicht offiziell bestätigt worden. Anders beim Original, wo Cameron Diaz wieder als Fiona gesetzt ist.

Und was ist mit dem Esel?

Und wo bleibt bei all dem die Eselei? Nun, der Esel ist auch beim fünften "Shrek"-Film an Bord, wie sollte es auch anders sein bei einem der lustigsten Sidekicks aller Animationsfilme. Auch keine Überraschung: Synchronisiert wird die Quasselstrippe im Original wieder von Eddie Murphy. Ob der für die Rolle in Method-Acting-Manier Milieustudie betrieben hat? Man weiß es nicht.

Was aber bekannt ist: Der Esel aus "Shrek" hat ein reales Vorbild. Pate stand ein kalifornischer Zwergesel namens Pericles, auch Perry genannt. Der wurde nach einem Internetaufruf ausgewählt, um an ihm die Bewegungen und das Verhalten eines Esels zu studieren. Vor dem fünften Film hatten die Macher hoffentlich genug Studienmaterial beisammen, denn Perry starb im Januar 2025. Er wurde eingeschläfert, nachdem seine Hufkrankheit keine Therapien noch Medikamente lindern konnten.

Lindern konnte offenbar auch niemand die "Rachegefühle" von Produzent Jeffrey Katzenberg. Ihm selbst ist das gelungen, indem er sie immerhin in "Shrek" kanalisierte. Katzenberg hatte seit 1984 für Disney gearbeitet, Mitte der 1990er-Jahre verließ er den Konzern im Streit. Die "Rache" folgte wenig später: Zum einen gründete er mit Steven Spielberg und David Geffen das Filmstudio DreamWorks, das fortan mit Disney um die Gunst der Zuschauer konkurrieren sollte. Zum anderen waren die "Shrek"-Filme mit etlichen Spitzen gegen die Filme des Mickey-Mouse-Konzerns versehen. Von den obligatorischen Disney-Songs über die Charaktere bis hin zum Heile-Welt-Bild der Disney-Filme - all das und noch mehr fand sich bei "Shrek" und den Fortsetzungen auf der Schippe.

Es wäre eine weitere Abkehr von der Disney-Manier gewesen: Usprünglich war "Shrek" als Film auf Basis von Motion Capture geplant. Die Pläne mussten die Macher allerdings ad acta legen. Denn obwohl sie anderthalb Jahre mit der damals neuen Technologie experimentiert hatten, war das Ergebnis wenig zufriedenstellend. 1995 gab es einen 30-sekündigen Testfilm namens "I Feel Good", der 2023 auch bei Youtube öffentlich zugänglich gemacht wurde. "Es sah schrecklich aus, es funktionierte nicht", sagte Produzent Katzenberg, als ihm der Clip vorgeführt wurde.

Rückblickend war es gut, dass es so gekommen ist. Andernfalls hätte "Shrek - Der tollkühne Held" 2002 womöglich nicht den Oscar gewonnen - den ersten für den besten Animationsfilm des Jahres. Leer ausgegangen war in dem Jahr unter anderem auch "Die Monster AG", eine Co-Produktion von Pixar Animation Studios und - ganz genau - Disney.

Quelle: teleschau – der mediendienst