Mit einem Antikriegsfilm schaffte sie Ende der 1950er Jahre den Durchbruch. Es folgten Angebote aus Hollywood. Nun ist Cordula Trantow im Alter von 83 Jahren gestorben.
Die Schauspielerin Cordula Trantow («Die Brücke») ist tot. Sie sei nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren im Kreise ihrer Familie gestorben, teilte ihre Agentur mit. Trantow wurde während des Zweiten Weltkriegs in Berlin geboren und lebte lange in Bayern.
Ihren Durchbruch hatte sie Ende der 1950er Jahre mit dem Antikriegsfilm «Die Brücke». Es folgten Angebote aus Hollywood. 1962 schlüpfte sie in der US-Produktion «Hitler» in die Rolle von Adolf Hitlers Nichte und wurde für den Golden Globe nominiert.
Doch schon früh kehrte der Nachwuchsstar der Traumfabrik Hollywood den Rücken. «Das bedeutete mir überhaupt nichts», sagte Trantow der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview vor einigen Jahren. Der innere Kompass habe sie in eine andere Richtung geführt.
Spielte auch in Fernsehkrimis mit
Die gelernte Balletttänzerin machte Station an renommierten Theatern, etwa in München und Stuttgart. Sie arbeitete auch als Regisseurin und gründete den Weilheimer Theatersommer, der mit einer umstrittenen «Faust»-Inszenierung Schlagzeilen machte. Außerdem war sie in zahlreichen Krimiserien wie «Derrick» und «Der Alte» zu sehen.
Der Film «Die Brücke» habe ihr damals alle Türen geöffnet und sei ein Geschenk gewesen, sagte sie einmal. «Ich treffe immer noch Menschen und besonders Männer, die behaupten, ich sei der Schwarm ihrer Jugend gewesen - unter anderem Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder.»
Neben ihrem großen Engagement für das klassische Theater habe Trantow ein unverkennbares Faible für das Komische gehabt und gerne entsprechende Rollen übernommen, hieß es in einer Mitteilung der Agentur Nicolai in Berlin. Die Schauspielerin starb demnach am 12. August.