Seine Sexualität versteckte er nie
Hockney machte nie ein Geheimnis daraus, dass er schwul war - selbst als Homosexualität in Großbritannien noch illegal war. Beim Studium an der besten Kunsthochschule des Landes malte er zwei Jungs, die sich umarmen. Ein kinderähnliches Gekritzel, verziert mit den Worten «We Two Boys Together Clinging». Sein Lehrer kommentierte damals nur trocken: «Ich hoffe, sie kommen sich nicht noch näher.»
Auch in den 80er Jahren, als viele seiner Freunde an Aids starben, blieb er seinen lebensfrohen Motiven treu. Kritiker bemängelten, dass seine Bilder nur an der Oberfläche blieben und nicht die schlimmen Ereignisse des 20. Jahrhunderts widerspiegelten. Doch Hockney wollte das nie: «Ich möchte ein Bild machen, das für viele Leute eine Bedeutung hat», sagte er 1988. «Ich denke, die Idee, Bilder für 25 Personen in der Kunstwelt zu machen, ist verrückt und lächerlich.»
Trotz Schlaganfall blieb der dem Malen treu
2012 musste Hockney einen Rückschlag verkraften: Erst als er Sätze nicht mehr richtig beenden konnte, bemerkte er, dass er einen Schlaganfall erlitten hatte. Doch er hatte Glück und konnte weiterhin seiner Leidenschaft, der Kunst, nachgehen.
Immer wieder experimentierte er mit neuen Techniken, mal mehr, mal weniger erfolgreich: dreidimensionale Collagen, Fotokopien, iPad-Fingermalereien. Sogar einer der Pioniere des «Selfies» war er. Vor allem in den 80er Jahren zeichnete, malte und fotografierte er sich in vielen stilisierten Selbstporträts.
Selbst kurz vor seinem Tod malte Hockney noch - alt fühlte er sich dabei nach eigener Darstellung nie. «Ich sage immer, im Studio fühle ich mich nicht alt, ich fühle mich einfach wie 30», sagte er 2018 der Nachrichtenagentur PA. Deshalb verbringe er dort auch die meiste Zeit. «Wenn man jung ist, hält man sich für unsterblich - deshalb rauchen junge Leute, weil sie glauben, unsterblich zu sein. Das wird immer so bleiben.»