Bei einem Terroranschlag auf ihr Konzert in Manchester im Jahr 2017 starben 22 Menschen. Nur ein Jahr später wurde ihr früherer Freund, der Rapper Mac Miller, tot in seinem Haus aufgefunden. Trotz der privat sehr schwierigen Phase brachte Grande neue Alben heraus, ging 2019 noch einmal auf Tour mit ihrem viel gelobten Album «Sweetener».
Grande will Preis des Popstar-Daseins neu verhandeln
Nun wirkt es so, als wolle die 33-Jährige den Preis des Popstar-Daseins neu verhandeln. Mit den «Eternal Sunshine»-Konzerten spielt sie die erste Tour seit «Sweetener» vor sieben Jahren. Danach hatte sie sich zwar nicht aus der Kunst zurückgezogen, wohl aber aus dem Live-Geschäft und sich Projekten wie eben «Wicked» gewidmet.
Ihre aktuelle Rückkehr auf die Bühne fällt bewusster und dosierter aus. Die Sängerin selbst erzählte in einem Gespräch mit Nicole Kidman im «Interview»-Magazin, dass sie nur rund halb so viele Konzerte im Vergleich zu früheren Touren spielt. Sie habe in den vergangenen Jahren ihr Verhältnis zur Musik und zum Touren «geheilt».
«Ich muss das, was ich liebe, nicht aufgeben»
Grande führte aus, dass sie viel Zeit damit verbracht habe, ihre Herangehensweise an das Musikmachen neu zu ordnen. Die Zeit abseits von Tourneen habe ihr geholfen, bestimmte Teile davon für sich zurückzugewinnen. Zugleich habe sie Gefühle, die mit ihrer Beziehung zum Ruhm und dem Leben als Künstlerin verbunden seien, von der Musik trennen können.
«Ich muss das, was ich liebe, nicht aufgeben. Ich kann diese Dinge einfach hier beiseitelegen und meine Talente nicht aus den Augen verlieren», sagte sie. Die Schauspielerei und ihre Zeit als Glinda hätten ihr geholfen, die Kraft dafür aufzubauen. Musik und Tourneen seien für sie früher auch mit traumatischen Erfahrungen verbunden gewesen. Nun spüre sie, wie diese Belastungen nachließen.
Klar ist: Von der Leinwand wird Grande so bald nicht verschwinden. In der Komödien-Fortsetzung «Meine Frau, unsere Schwiegertochter und ich» soll sie Ende des Jahres an der Seite von Robert De Niro und Ben Stiller zu sehen sein.
Und auch das fünfminütige Musikvideo zu «hate that i made you love me», der ersten und bislang einzigen Auskopplung ihres neuen Albums, ist wie ein Kurzfilm inszeniert. Den emotionalen und eingängigen Song spielt Grande bereits auf ihrer laufenden Tour. Was ist also von «petal» (deutsch: «Blütenblatt») zu erwarten?
Vor der Veröffentlichung wurde wenig über das Album bekannt. Grande beschrieb es in einem Instagram-Video als «etwas ungezähmt». Es gehe um etwas, das «voller Leben ist und durch die Risse von etwas Kaltem, Hartem und Herausforderndem wächst». Es komme definitiv von einem Ort, für den sie vorher vielleicht zu schüchtern oder zu höflich gewesen sei, um ihn zu betreten. «Jetzt fühlt es sich einfach an wie: Scheiß drauf.»