Anschlag auf Straßburger Weihnachtsmarkt: Drei Tote, 12 Verletzte - Frankreich ruft höchste Sicherheitswarnstufe aus

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In Straßburg auf dem Weihnachtsmarkt hat ein Mann um sich geschossen. Insgesamt wurden 12 Personen verletzt und drei getötet. Der Täter konnte mit einem gestohlenen Taxi entkommen. Foto: Christoph Schmidt/dpa
In Straßburg auf dem Weihnachtsmarkt  hat ein Mann um sich geschossen. Insgesamt wurden 12 Personen verletzt und drei getötet. Der Täter konnte mit einem gestohlenen Taxi entkommen. Foto: Christoph Schmidt/dpa
Zu tödlichen Schüssen ist es am Dienstagabend auf dem Weihnachtsmarkt im französischen Straßburg gekommen. Die Route de l'Hopital in Straßburg nahe dem Polizeipräsidium ist von der Polizei abgesperrt. Foto: Violetta Heise/dpa
Zu tödlichen Schüssen ist es am Dienstagabend auf dem Weihnachtsmarkt im französischen Straßburg gekommen. Die Route de l'Hopital in Straßburg nahe dem Polizeipräsidium ist von der Polizei abgesperrt. Foto: Violetta Heise/dpa
 

Auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt ist es am Dienstagabend zu einem Schusswechsel gekommen. Dabei kamen drei Menschen ums Leben. Sechs sind schwer verletzt. Der Täter ist bereits der Polizei bekannt und sollte Stunden vorher schon festgenommen werden

Update 12.12.2018 [6.34 Uhr]: Insgesamt drei Tote - Regierung rief höchste nationale Sicherheitsstufe aus.

Eine weitere Person ist an den Folgen ihrer Verletzungen verstorben. Die aktuelle Zahl der Todesopfer liegt nun bei drei. Insgesamt zwölf Personen wurden dabei verletzt, darunter befinden sich sechs Schwerverletzte.

Der mutmaßliche Täter hätte einem Medienbericht zufolge eigentlich schon am Dienstagmorgen verhaftet werden sollen. Wie der französische Radiosender France Info unter Berufung auf Polizeiquellen berichtete, war er jedoch nicht zu Hause. Dem 29-Jährigen wurde versuchter Mord vorgeworfen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung Stunden vor den Schüssen sollen Granaten gefunden worden sein, wie France Info und die Zeitung "Le Parisien" berichteten.

Zwischen 20 und 21 Uhr habe der vermutlich radikalisierte Mann sich zweimal einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften im Patrouilleneinsatz geliefert. Laut Polizei, haben ihn Soldaten angeschossen, woraufhin er einem gestohlenen Taxi flüchtete.

Frankreichs Regierung ließ nach dem Anschlag die höchste nationale Sicherheitswarnstufe ausrufen. Das bedeute verstärkte Kontrollen an den Grenzen des Landes, erläuterte Castaner. Auch Weihnachtsmärkte würden stärker kontrolliert. Laut dem Minister war der mutmaßliche Täter bereits wegen Delikten in Frankreich und Deutschland verurteilt worden.

Sowohl der Weihnachtsmarkt, als auch kulturelle Einrichtungen und Schulen bleiben in Straßburg am gesamten Mittwoch geschlossen.

Terror-Angriff auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt:

Im ostfranzösischen Straßburg sind am Dienstagabend zwei Menschen getötet worden. Mindestens 13 Menschen wurden laut dpa bei der Attacke verletzt, die sich auf dem Weihnachtsmarkt der Stadt ereignet hat. Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Anti-Terror-Spezialisten der Pariser Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen übernommen. Die Untersuchung wurde unter anderem dem Inlandsgeheimdienst DGSI übergeben, wie Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur in Paris bestätigten.

Schüsse auf Straßburger Weihnachtsmarkt: Täter auf der Flucht

Der Angreifer befinde sich auf der Flucht, bestätigte die Polizei in Straßburg der Deutschen Presse-Agentur. Er ist nach Angaben des französischen Innenministers Christophe Castaner der Polizei bekannt. Der vermutlich radikalisierte Mann sei vor seiner Flucht von patrouillierenden Soldaten verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Polizei.

In einer Pressemitteilung um 22.15 Uhrhatte die Präfektur des Départements Bas-Rhin mitgeteilt, dass gegen 20 Uhr eine bewaffnete Person den Rand des Weihnachtsmarktes an der Corbeau-Brücke in Richtung der Rue des Orfèvres betreten habe. Die Person eröffnete das Feuer und verletzte mehrere Personen. Die vorläufige Bilanz (Stand 22:15 Uhr) umfasse 13 Opfer, darunter 2 Tote, 7 Schwerverletzte und 4 leichte Verletzungen.

Wie der Nachrichtensender Franceinfo ergänzend berichtete, riegelte die Polizei Teile der Innenstadt ab. Die Polizei bat auf Twitter darum, keine falschen Informationen zu verbreiten.

Am Grenzübergang kontrollierte die Polizei am Abend Autos, die von Deutschland nach Frankreich fuhren, wie eine dpa-Reporterin berichtete."Wir verstärken (...) aktuell die Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze in diesem Bereich", teilte die Bundespolizei Baden-Württemberg auf Twitter mit.

Auf Twitter sprach das Pariser Innenministerium ohne weitere Details von einem "schwerwiegenden Ereignis der öffentlichen Sicherheit". Bewohner sollten zu Hause bleiben.

Wie die Welt berichtet, sei auch das Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg ab, wie ein AFP-Reporter berichtete. Dort finden in dieser Woche Plenarsitzungen des Parlaments statt. Hunderte Abgeordnete und ihre Mitarbeiter halten sich deshalb in der Stadt auf. Wegen der polizeilichen Absperrung konnten Parlamentarier, Mitarbeiter und Journalisten das Gebäude am Abend zunächst nicht verlassen.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron schickt nach dem schweren Angriff in Straßburg Innenminister Christophe Castaner in die elsässische Metropole. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Dienstagabend unter Berufung auf den Élysée-Palast.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat auf Twitter sein Mitgefühl ausgedrückt. "Meine Gedanken sind bei den Opfern der Schießerei in Straßburg, die ich mit großer Entschiedenheit verurteile", schrieb Juncker am Dienstagabend. Straßburg sei eine symbolische Stadt für den Frieden und die europäische Demokratie. "Werte, die wir immer verteidigen werden." Die EU-Kommission stehe an der Seite Frankreichs.

Straßburger Weihnachtsmarkt war schon einmal Ziel eines Attentats

Der Straßburger Markt sollte schon einmal Ziel eines Attentats sein: Im Jahr 2000 wurde ein geplanter Sprengstoffanschlag einer algerischen Gruppe rechtzeitig verhindert.

Zu tödlichen Schüssen ist es am Sonntag in Südthüringen gekommen: Weil ein Mann seine Ex-Freundin mit Waffen verfolgte, erschoss die Polizei einen 28-Jährigen