Die Zahl der Feldhasen in Deutschland bleibt wie in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau. Doch Experten warnen: Ein neues Virus könnte den Tieren gefährlich werden. Und nicht nur das.
Der Feldhasenbestand bleibt in Deutschland auf hohem Niveau stabil – doch Experten sehen neue Risiken für die Tiere. Im Frühjahr 2025 gab es hochgerechnet 19 Feldhasen pro Quadratkilometer Feld und Wiese, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) mitteilte. Das seien ebenso viele wie bei den Frühjahrserhebungen der beiden Jahre zuvor, aber über ein Viertel mehr als noch vor rund 20 Jahren.
Grundlage sind Auswertungen von Zählungen in mehr als 400 Referenzgebieten im Frühjahr des vergangenen Jahres, deren Hasendichten dann aufs Bundesgebiet hochgerechnet wurden. Besonders viele Tiere leben demnach im nordwestdeutschen Tiefland mit durchschnittlich rund 30 Hasen pro Quadratkilometer. Was es darüber hinaus über die hoppelnden Langohren zu erfahren gibt:
Wie ist die Entwicklung im Jahresverlauf?
Ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Hasenbestände ist die sogenannte Nettozuwachsrate. Dafür vergleichen unter anderem Wissenschaftler des dem Bundesministerium für Landwirtschaft unterstellten Thünen-Instituts die Bestände im Frühjahr und Herbst.
Im vergangenen Jahr lag der Zuwachs zwischen Frühjahr und Herbst bundesweit bei rund sieben Prozent und damit auf ähnlichem Niveau wie im Jahr zuvor. In einigen Regionen fiel er deutlich höher aus: Im westdeutschen Mittelgebirge war er etwa doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt, im Nordwesten und Nordosten lag er bei rund zwölf Prozent. Im Winter geht die Zahl der Hasen dann in der Regel wieder zurück.
Die Deutsche Wildtier Stiftung verfügt nicht über bundesweite Zahlen. Nach Angaben der Stiftung liegt die Feldhasendichte in ihrem Referenzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern jedoch deutlich über den durchschnittlichen Zahlen für das nordostdeutsche Tiefland. Das zeige, was alles durch wildtierfreundliche Landnutzung mit Brachen und hasenschonendem Mähen für den Feldhasen möglich sei.
Droht neue Gefahr durch ein Virus?
Sorgen bereitet dem Jagdverband und Wildtier Stiftung eine vergleichsweise neue Krankheit: die Myxomatose. Sie wurde erstmals 2023 bei Feldhasen in Deutschland nachgewiesen und hat sich seitdem auch in weitere Bundesländer ausgebreitet. Der Einfluss auf die Gesamtpopulation lasse sich bislang nicht abschätzen, teilte der DJV mit.
Bundesweit zeigten die aktuellen Daten bislang keine negativen Effekte auf die Bestände. Untersuchungen aus Nordrhein-Westfalen deuteten jedoch darauf hin, dass sich stark betroffene Populationen bislang nicht erholt hätten. Weniger betroffene Bestände seien hingegen stabil. Die Krankheit verläuft bei Feldhasen und Kaninchen meist tödlich.