Sie sind von den herkömmlichen hölzernen Stäbchen optisch kaum zu unterscheiden. Laut Experten bergen Nikotinzahnstocher jedoch ein Suchtpotenzial – besonders bei jungen Menschen.
Rauchen, Vapen – und nun Stochern? Immer wieder kommen Produkte mit Nikotin in neuer Form auf den Markt. Noch recht unbekannt sind die sogenannten Nikotinzahnstocher. Wie die herkömmlichen Zahnstocher sehen die kleinen, hölzernen Stäbchen recht unscheinbar aus – doch sie können süchtig machen. In einer Schule in Bayern sind deswegen Zahnstocher seit einigen Monaten gänzlich verboten. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Wie funktionieren diese Zahnstocher?
Die kleinen Holzstäbchen sind mit Aromen und Nikotin überzogen. «Das Nikotin wird durch Lutschen oder Kauen abgelöst und über die Mundschleimhaut aufgenommen», erklärt Stefanie Eckhardt, Leiterin im Referat Suchtprävention im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Optisch sind die Produkte zudem nicht sicher von gewöhnlichen Zahnstochern zu unterscheiden, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mitteilt.
Wie viel Nikotin enthalten sie?
Laut BIÖG stecken in der Regel zwischen 2 und 3 Milligramm Nikotin in einem Nikotinzahnstocher – in manchen Produkten sind es gar 6. Zum Vergleich: In einer Zigarette stecken rund 10 Milligramm Nikotin. Der Nikotingehalt und das damit verbundene Abhängigkeitspotential dieser Zahnstocher berge ein vergleichbar hohes Risiko wie andere Nikotinprodukte.
«Wie viel davon aufgenommen wird, kommt natürlich darauf an, wie intensiv ich dieses Produkt nutze», erklärt Andrea Rabenstein, Suchtmedizinerin in der Tabakambulanz des LMU Klinikums in München. «Aber die subjektiven Effekte, die wir bisher von unseren Nutzern erfahren konnten, sind schon ähnlich der, der Zigarette».
Was ist das Schädliche an Nikotin?
Unabhängig davon, wie es konsumiert wird, hat Nikotin ein hohes Suchtpotential, wie Eckhart erklärt. Es kann es durch den Konsum zu Vergiftungserscheinungen wie Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen kommen und den die Herzfrequenz sowie den Blutdruck erhöhen.
Zudem kann Nikotinkonsum langfristig unter anderem die Entwicklung von Tumoren sowie mutmaßlich das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen, wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen erklärt.