Auf einmal kracht in Koblenz ein Stück Weltall durchs Dach eines Wohnhauses. Die einen sind verängstigt, andere genießen ein seltenes Himmelsspektakel. Was war da los?
Sonntagabend, kurz vor 19 Uhr. Gerade ist die Sonne untergegangen, doch plötzlich leuchtet der Abendhimmel für einige Sekunden hell auf, Beobachter sprechen von einem «Feuerball». Ein Meteorit schlägt in ein Haus in Koblenz ein, doch auch Hunderte Kilometer lässt das seltene Ereignis Menschen staunen. Astronomen sprechen von einem «spektakulären Phänomen».
Aber was ist genau passiert?
Trifft ein Meteoroid aus dem All auf die Lufthülle der Erde, zerfällt er oft in viele kleine Stücke. Manche davon verglühen, andere landen auf der Erde. In diesem Fall traf ein solches Bruchstück erst das Dach und dann das Schlafzimmer des betroffenen Hauses in Koblenz – verletzt wurde aber niemand. Laut der europäischen Raumfahrtbehörde Esa war der Feuerball rund sechs Sekunden lang am Himmel zu sehen. Im Westen Deutschlands, aber auch im Ausland sahen viele Menschen zufällig zu.
Meteorit, Meteoroid, Asteroid – was ist eigentlich was?
«Solange das Objekt noch im Weltraum ist, nennt man es Meteoroid – also die kleine Form von Asteroid. Wenn es in die Erdatmosphäre eintritt, nennt man es Meteor – das ist der Feuerball, den man am Himmel sieht, wenn es ein großer Meteor ist», erklärt Richard Moissl, der bei der Esa das sogenannte Planetary Defence Office leitet.
Bruchteile eines Meteoroiden, die den Erdboden erreichen, heißen Meteoriten oder Meteoritenteile. Vereinfacht gesagt handelt es sich um Metall- oder Gesteinsstücke, die aus dem Weltall kommen.
Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erkennt man Meteoriten unter anderem daran, dass sie für ihre Größe ungewöhnlich schwer, kompakt und massiv erscheinen und eine eher matte Oberfläche haben.
Wo kam der Meteorit her?
Der Himmelskörper kam ersten Analysen zufolge aus dem Westen und flog zunächst über Frankreich, Belgien und Luxemburg und die Eifel und schließlich auf Koblenz zu, wo er gegen 18.57 Uhr einschlug. Der Geophysiker Dario Eickhoff vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) machte sich sofort daran, die Daten von Erdbebenmessstationen auszuwerten und damit die Flugbahn zu rekonstruieren.
«Das Ereignis kennzeichnet sich besonders durch sehr klar erkennbare Signale aus, mit denen viele weitere Analysen ermöglicht werden», sagte Eickhoff der dpa. «Mit diesen wird es dann möglich sein, auch den genauen Niedergang einzelner Fragmente bei Koblenz zu rekonstruieren.»