Blutige Nacht bei einem Dorffest: Ein Unbekannter verletzt mehrere Menschen, darunter einen 16-Jährigen. Der Täter kann in der Menge verschwinden - die Fahndung läuft.
Auf einem Dorffest mit rund 700 Besuchern in Egling im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sind acht Menschen verletzt worden. Ein 16-Jähriger wurde von einem Unbekannten mit einem Messer attackiert und verletzt. Der Täter sei weiter auf der Flucht, berichtete die Polizei. Die Beamten werten nun Videoaufnahmen aus, man setze auch auf die Vernehmung von Zeugen.
Die Polizei ermittelt wegen teils gefährlicher Körperverletzungen. Die Beamten wollen Videoaufnahmen auswerten und Besucher als Zeugen befragen. Das Motiv für die Angriffe ist unklar. Die Polizei geht allerdings nicht von einem Terroranschlag aus. Ein Sprecher bestätigte eine entsprechende Information der «Süddeutschen Zeitung».
Vereinschef schockiert
Am Tag danach sind Helfer mit dem Aufräumen beschäftigt. Der Vorsitzende des Burschenvereins und Hauptorganisator der Blauliachd-Party, Simon Raß, äußerte sich schockiert. «Das ist immer so ein gemütliches Fest gewesen. Es ist sehr traurig, dass es so geendet hat», sagte er der Mediengruppe «Münchner Merkur/tz». Die Stimmung sei am Abend gut gewesen.
Vor Mitternacht kam es dann zu dem Messerangriff. Nach bisherigen Erkenntnissen schlug der Unbekannte zunächst einem 24-Jährigen unvermittelt gegen den Kopf. Als dieser zu Boden ging, konnte er den Angaben nach erkennen, wie der Angreifer dessen 16-jährigen Freund mit einem Messer am Unterarm verletzte. Im weiteren Verlauf des Abends attackierte der Angreifer weitere Festbesucher, bevor er floh. Gegen 23.45 Uhr wurden die Beamten den Angaben zufolge alarmiert.
Insgesamt mussten laut Polizei acht Menschen medizinisch versorgt und teils in Krankenhäuser gebracht werden. Laut der Mediengruppe «Münchner Merkur/tz» wurden einige der Opfer in der Nacht operiert; sie sollen unter anderem Knochenbrüche erlitten haben. Die Polizei äußerte sich nicht zu den Verletzungen.
Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften
Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Rund 60 Polizeibeamte, darunter ein Zug des Unterstützungskommandos (USK) des Polizeipräsidiums München, fünf Rettungswagen und zwei Notärzte waren vor Ort. Außerdem waren ein Rettungshubschrauber und eine polizeiliche Drohne im Einsatz. Die Feuerwehr Egling half mit 15 Einsatzkräften beim Ausleuchten des Geländes und bei der Lenkung des Verkehrs.