Anwohnerin hörte Schüsse und Schreie
Anwohnerin Christine Dal zeigte sich erschüttert von dem Vorfall. Sie berichtete, dass sie auf dem Weg zum Einkaufen «Schüsse und Schreie» gehört habe. «Ich hatte kurz Herzklopfen», sagte sie. Der Fall habe sie sehr betroffen und traurig gemacht. «Wenn man so was sieht oder hört - das tut weh.»
Innerlich habe man Angst, wenn man von solchen Fällen hört, sagte sie weiter. «Da kommen einem manchmal die Tränen, wenn man so was hört.»
Auch der Offenburger Oberbürgermeister Marco Steffens (CDU) äußerte Bestürzung. «Dass sich ein solches Geschehen in unserer Stadt zuträgt, macht fassungslos», hieß es von ihm. «Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und allen Menschen, die von dieser grausamen Tat betroffen sind.»
Offenburg liegt in Baden-Württemberg auf etwa halbem Weg zwischen Freiburg und Karlsruhe nahe der Grenze zu Frankreich und ist eigenen Angaben zufolge mit mehr als 62.000 Einwohnern die größte Stadt des Ortenaukreises.
Kein Einzelfall
Dass Männer Frauen töten, ist keine Seltenheit: Bei verschiedenen Fällen aus den vergangenen Monaten allein in Baden-Württemberg ging es um unterschiedliche Konstellationen zwischen den Tätern und ihren Opfern.
In Offenburg selbst hatte vergangenes Jahr ein Fall bis über die Grenze nach Frankreich für Aufsehen gesorgt, als ein ehemaliger Patient eine schwangere Psychotherapeutin erstochen hatte. Er soll sich von ihr nicht angemessen behandelt gefühlt haben; daher habe er sie getötet. Vor wenigen Monaten bestätigte der Bundesgerichtshof das Urteil des Landgerichts Offenburg, das unter anderem eine lebenslange Haftstrafe gegen den Mann verhängt hatte.
In Waldachtal (Landkreis Freudenstadt) soll ein Mann vor knapp einem Jahr seine Lebensgefährtin im Streit getötet und danach vermutlich absichtlich einen Autounfall verursacht haben, bei dem er und das gemeinsame Baby starben. Ebenfalls im August 2025 stach in Reutlingen ein 58-Jähriger mit einem Messer auf seine Mutter ein und verletzte sie tödlich. Im November soll ein 63 Jahre alter Mann im Großraum Reutlingen seine Ehefrau, seine beiden Söhne, seine Schwester und dann sich selbst getötet haben.
Im Frühjahr 2025 soll ein Mann in Remseck am Neckar (Landkreis Ludwigsburg) seine Frau getötet und sich selbst danach schwere Verletzungen zugefügt haben. Er kam laut Polizei und Staatsanwaltschaft später wegen des Verdachts des Totschlags vom Krankenhaus in ein Gefängnis.