Razzien wegen Waffen: Polizei durchkämmt Berliner Wohnungen

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Razzia in Berlin
Seit dem frühen Morgen werden in ganz Berlin Razzien wegen des Verdachts auf illegalen Schusswaffenhandel durchgeführt. (Symbolbild)
Razzia in Berlin
Sven Kaueler/dpa
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Bei den Razzien sind auch Spezialkräfte der Polizei im Einsatz.
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Mehr als 300 Einsatzkräfte durchsuchen in Wohnungen und Objekte. Die Polizei meldet Festnahmen und sichergestellte Schusswaffen im Kampf gegen organisierte Kriminalität.

Im Zusammenhang mit der zugenommenen Schusswaffengewalt in Berlin durchsuchen Hunderte Einsatzkräfte seit dem frühen Morgen in der ganzen Stadt Wohnungen und andere Objekte mehrerer Beschuldigter. Es habe auch mehrere Festnahmen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Zudem seien zwei Schusswaffen mit scharfer Munition sichergestellt worden. 

Die Razzien stehen den Angaben zufolge im Zusammenhang mit Ermittlungen der Sondereinheiten «Ferrum» (lateinisch für «Eisen») bei der Polizei und «Telum» (lateinisch für «Angriffswaffe») bei der Staatsanwaltschaft. Diese richten sich gezielt gegen Schusswaffengebrauch im Bereich der Organisierten Kriminalität. 

Deutlicher Anstieg der Schusswaffengewalt

Beide Gruppen arbeiten eng zusammen und wurden als Reaktion auf die vermehrte Gewaltkriminalität in der Hauptstadt ins Leben gerufen. Im Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch. Dazu zählen auch Drohungen ohne Schussabgabe. 

Das ist nach Behördenangaben ein Anstieg von 68 Prozent gegenüber 2024. In diesem Jahr gab es laut Angaben der Polizei mit Stand von Anfang August mehr als 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen. 

Immer wieder kam es im Zuge der Ermittlungen in den vergangenen Monaten zu Durchsuchungen und Festnahmen. Dutzende Verdächtige sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. 

Bei den jüngsten Aktionen waren am Morgen dem Polizeisprecher zufolge insgesamt rund 300 Kräfte im Einsatz, darunter auch Spezialeinsatzkräfte. Die Aktionen richteten sich gegen mehrere Beschuldigte. Durchsucht würden vor allem deren Wohnungen. Gegen wen sich die Ermittlungen konkret richten, wurde zunächst nicht bekannt. 

Angriffe oft gegen Geschäfte und Cafés gerichtet

Die Schüsse in Berlin richteten sich in der Vergangenheit oft gegen Geschäfte oder Cafés. Dabei kommen auch andere Waffen zum Einsatz: Ende August etwa warfen Unbekannte einen Sprengsatz auf einen Barbier-Salon im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Im Juni explodierte mutmaßlich eine Handgranate vor einem Spätkauf im Stadtteil Wedding. Viele der Taten werden dem Bereich der Organisierten Kriminalität zugeschrieben. 

Vor dem Landgericht Berlin stehen derzeit drei Angeklagte im Alter von 21, 21 und 35 Jahren, die im Januar ein Lokal mit Schüssen und Brandsätzen angegriffen haben sollen. Dabei ging es aus Sicht der Staatsanwaltschaft darum, eine Drohkulisse aufzubauen und sogenanntes Schutzgeld einzufordern.