Dabei bitten die Ermittler um Hilfe. Wer etwas Verdächtiges in der Nähe des Tatorts beobachtet hat, soll sich bei der Polizei melden. Die Beamten erhoffen sich Hinweise zur Schussabgabe und zum Schützen.
Schon kurz nach der Tat meldeten sich mehrere Zeugen bei der Polizei. «Wir haben Hinweise bekommen, die wir weiter auswerten», sagte die Polizeisprecherin.
So nahm etwa ein Mann wahr, dass sich ein Mensch nach schussähnlichen Knallgeräuschen vom angrenzenden Gelände der Universität in Richtung Kreuzbergring entfernt habe. Der Zeuge konnte jedoch nicht berichten, wie die Person genau aussah. Die Einsatzkräfte werten zudem Videos von der Tat aus, die in sozialen Netzwerken kursieren.
Schüsse fielen während Stadtfest
Zum Zeitpunkt der Tat feierten Tausende Menschen in der Innenstadt die «Nacht der Kulturen». Bei dem Stadtfest treten auf mehreren Bühnen verteilt Musiker, Artisten und andere Künstler auf.
Die Tat spielte sich laut Polizeiangaben aber ein gutes Stück entfernt am Rand der Innenstadt ab - direkt auf einem Gehweg neben der Bundesstraße 27, die aus Göttingen hinausführt. Für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, betonten die Ermittler.
Innenministerin verurteilt Gewalt-Eskalation
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens zeigte sich schockiert. «Diese Eskalation der Gewalt ist erschreckend und absolut inakzeptabel», teilte die SPD-Politikerin mit. «Wer einen Polizisten auf solch brutale Weise attackiert, verachtet den Rechtsstaat und greift damit uns alle an.»
Göttingens Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn sagte, Priorität habe derzeit der Gesundheitszustand des schwer verletzten Polizisten. «Wir sind alle in Gedanken bei ihm, seinen Angehörigen, Freundinnen und Freunden und auch bei den Kolleginnen und Kollegen, die diese schreckliche Tat mit ansehen mussten.» Es werde alles daran gesetzt, den Schützen so schnell wie möglich dingfest zu machen.
Der Leiter der Polizeiinspektion Göttingen, Marco Hansmann, sagte: «Es wird viel Präsenz in der Stadt geben, nicht nur um die Bürgerinnen und Bürger im Sinne der Gefahrenabwehr zu schützen, sondern ihr Sicherheitsgefühl vor dem Hintergrund dieser Tat wieder zu stärken.»