Hotels waren vielerorts seit Monaten ausgebucht, Privatleute vermieteten Balkone und Dachterrassen mit freier Sicht auf den Abendhimmel für mehrere Hundert Euro. Besonders profitierte die sogenannte «España vacia», das dünn besiedelte und von Landflucht geprägte ländliche «leere Spanien», das sonst nur selten im Mittelpunkt des internationalen Tourismus steht.
Größere Zwischenfälle blieben aus
Befürchtungen der Behörden, der Andrang derart vieler Menschen in ländlichen Gebieten könne weitere Waldbrände auslösen, bestätigten sich zunächst nicht. Wohl nur knapp einer größeren Katastrophe entging der Ort Peñíscola, wo ein Auto bei einem Beobachtungspunkt in Brand geriet. Das Feuer sprang auf 33 weitere Fahrzeuge über. Die Feuerwehr konnte eine Ausbreitung des Feuers im letzten Augenblick verhindern, wie regionale Zeitungen berichteten.
Auch das Wetter spielte mit
Der Himmel über Spanien war zumeist klar, nur die stellenweise große Hitze von fast 40 Grad machte einigen zu schaffen. In Deutschland, wo die Sonne zu rund 85 bis 90 Prozent durch den Mond verdeckt wurde, war der Himmel ebenfalls weitgehend wolkenlos.
Großer Andrang herrschte zum Beispiel in München im Olympiapark. Hunderte Schaulustige kamen zum Feldberg in Hessen. In Berlin war es wegen des Andrangs rund um das Planetarium in Prenzlauer Berg zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Die Polizei sprach von 3.000 Menschen. Über Dresden schwebten mindestens sechs Heißluftballons - auch deren Passagiere hatten beste Aussicht.
Zugabe: Ein Sternschnuppen-Strom
Als Zugabe zur Sonnenfinsternis bot der Himmel kurz danach ein weiteres Spektakel: Der Sternschnuppen-Strom der Perseiden, einer der schönsten Meteorströme des Jahres, erreichte in der Nacht seinen Höhepunkt. Bis zu hundert Meteore pro Stunde sollte man an dunklen Orten über den Himmel huschen sehen.
In diesem Jahr hatten es die Menschen, die viele Wünsche loswerden wollten, besonders leicht. Denn das Maximum der Perseiden fiel genau in die Neumondnacht. Kein Mondlicht störte das Erspähen der Leuchterscheinungen und das Wetter spielte weitgehend mit. Nur über Norddeutschland waren nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein paar hohe Wolkenfelder vorhanden. Da könnte es lokal zu Sichteintrübungen gekommen sein, sagte ein DWD-Meteorologe. Sternschnuppen gelten vielen als klassische Glücksbringer, denen nachgesagt wird, dass sie Wünsche erfüllen.
Selbst in Berlin waren in der Nacht bereits vor 23.00 Uhr Sternschnuppen zu sehen. Trotz der Lichtverschmutzung seien schon einige beobachtet worden, sagte der Direktor des Zeiss-Großplanetariums, Tim Florian Horn, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Neben dem Planetarium verfolgten Gäste das Spektakel auf einer Freifläche direkt.
Die Perseiden waren bereits in den Nächten vor ihrem Maximum zu beobachten. Auch in den nächsten Nächten seien bei gutem Wetter noch viele Perseiden zu sehen, sagte Horn. Die Kurve flache langsam ab und ende am 24. August.
Partielle Mondfinsternis in gut zwei Wochen
Wie der Name sagt, scheinen die Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu kommen - nach Einbruch der Dunkelheit liegt dieses über dem Nordosthorizont. Perseus ist ein mythologischer Held aus der griechischen Antike.
Nach diesen Ereignissen bietet der Himmel über Deutschland bereits in gut zwei Wochen eine partielle Mondfinsternis: Der Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde erfolgt am 28. August jedoch schon um 4.34 Uhr.
Die nächste partielle Sonnenfinsternis in Deutschland ist am 2. August 2027 zu sehen. Eine totale Sonnenfinsternis wird es an diesem Tag in Teilen von Spanien und Nordafrika geben. Und Spanien bekommt gleich noch ein drittes Himmelsschauspiel innerhalb von drei Jahren: Eine ringförmige Finsternis am 26. Januar 2028, die unter anderem auch in Südamerika zu beobachten sein wird. In Deutschland wird erst 2081 wieder eine totale Sonnenfinsternis zu sehen sein - aber nur im äußersten Südwesten.