Von den gewalttätigen Reaktionen auf den Tod des Drogenbosses sollen etwa 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten betroffen sein, darunter Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, berichteten mexikanische Medien.
Botschaften rufen ihre Staatsbürger zu äußerster Vorsicht auf
Auch Ferienorte wie die ebenfalls in Jalisco gelegene Hafenstadt Puerto Vallarta blieben nicht verschont. Fotos zeigten etwa große schwarze Rauchwolken zwischen Gebäuden in Puerto Vallarta direkt hinter dem Strand.
Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Auch mehrere Botschaften, darunter die deutsche Vertretung in Mexiko, appellierten an ihre Staatsbürger, extrem vorsichtig zu sein. Wer sich an einem sicheren Ort wie einem Hotel aufhalte, solle dort bis auf weiteres bleiben und auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten verzichten, schrieb die deutsche Botschaft auf X.
Aus Sicherheitsgründen strichen Fluggesellschaften ihre Flüge oder leiteten sie um, darunter Verbindungen nach Puerto Vallarta. Von der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa hieß es indes, bei ihr gebe es mit Blick auf die Unruhen in Mexiko keine Auswirkungen. Flüge nach München und Frankfurt fänden planmäßig statt.
Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands hielten sich in den betroffenen Regionen keine Gäste von deutschen Reiseveranstaltern auf. Diese reisten vornehmlich auf die Halbinsel Yucatán mit dem bekannten Badeort Cancún, der an der Karibik liegt. Puerto Vallarta befindet sich dagegen an der Pazifikküste.
Auch Austragungsort der diesjährigen Fußball-WM betroffen
Zu Zwischenfällen kam es auch in der Stadt Guadalajara, die einer der drei mexikanischen Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist. Rund 1.000 Menschen aus anderen Bundesstaaten verbrachten die Nacht im Zoo von Guadalajara, weil eine Rückfahrt in ihre Heimatorte angesichts der unsicheren Lage zu gefährlich gewesen wäre.
Der Drogenboss mit einer Vorliebe für Hahnenkämpfe
«El Mencho» wurde 59 Jahre alt. Geboren am 17. Juli 1966 in Aguililla, einer armen Gemeinde im westlichen Bundesstaat Michoacán, führte der Ex-Polizist seit 2011 das von ihm gegründete Drogenkartell Jalisco Nueva Generación (CJNG) an. In der mexikanischen Unterwelt wurde er wegen seiner Vorliebe für Hahnenkämpfe der «Herr der Hähne» genannt. Zahlreiche Narco-Lieder, «Narcocorridos» genannt, feiern seine kriminellen Machenschaften.
Die US-Regierung hatte das extrem gewalttätige Drogenkartell von «El Mencho» als ausländische Terrororganisation eingestuft. Das von ihm geführte Verbrechersyndikat ist nach Angaben der US-Behörden eine transnationale Organisation mit Verbindungen bis nach China und Australien. Neben dem Handel mit Fentanyl ist sie demnach auch in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt. In Mexiko gilt sie als das Kartell mit der größten geografischen Verbreitung. Kämpfer der Gruppe posierten mitunter in Uniformen und mit Sturmgewehren vor gepanzerten Fahrzeugen.