Verbände und Messen spüren den Trend
Seit zehn Jahren steige die Frauenquote konstant an. «Gerade auf Messen merkt man das, dass immer mehr weibliche Besucher dabei sind.» Angeln sei eine schöne Ruhe-Oase. Es gehe gar nicht um den Fang, sondern darum, am Wasser zu sein und ein Gefühl für die Natur zu bekommen. «Das Geschlecht sollte beim Angeln keine Rolle spielen.»
Zum ersten Mal ist die Hobby-Anglerin auch auf der Aqua-Fisch, einer großen Messe in Friedrichshafen am Bodensee, als Rednerin dabei. Dort wollen sich Anglerinnen auch vernetzen. «Catch & Connect – Women’s Circle» heißt eine eigene Area, mitten in der Angelhalle. Die Messe lockt jährlich Tausende Besucher. Sie läuft von Freitag bis zum Weltfrauentag am Sonntag.
Beim Deutschen Angelfischerverband (DAFV) beobachtet man seit einigen Jahren, dass immer mehr Frauen das Angeln für sich entdecken. In den Vorbereitungskursen zur Fischereiprüfung säßen immer mehr von ihnen, hieß es vom Verband.
Das passt zu Erfahrungen regionaler Vereine, die von zunehmenden Anfragen junger Frauen berichten – oft sind sie Ende 20, Anfang 30, viele mitten im Job oder im Studium. In Online-Gruppen wie «Frauen mit Biss, gehen Angeln» oder «Girlsfishing Germany» schließen sie sich zusammen.
Angelwelt stellt sich um
Gerade Plattformen wie Instagram tragen dazu bei, dass sich Frauen untereinander vernetzen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig ermutigen. Ihre Community bestehe längst nicht mehr ausschließlich aus Männern, berichtet Kijewski. Die Frauenquote sei deutlich gestiegen.
Zudem animiere die Sichtbarkeit in sozialen Netzwerken weitere Frauen, das Hobby auszuprobieren. «Wenn man online sieht, dass andere Frauen angeln, wirkt der Einstieg weniger wie ein Sprung in fremdes Terrain», sagt Kijewski. Und für die Branche sei der Trend mehr als eine nette Randnotiz. Denn wer einen Angelschein macht, kauft auch Ausrüstung, bucht Guidings oder fährt auf Angelreisen. «Die Angelwelt ist wirklich auf einem richtig guten Weg.»
Hobby ist weiter gefragt
Die Zahlen belegen: Angeln ist in Deutschland weiterhin sehr gefragt. Fast 61.000 Menschen legten laut dem Deutschen Angelfischerverband 2024 die Fischereiprüfung erfolgreich ab, zugleich lag die Zahl der gültigen Fischereischeine nach Angaben der oberen Fischereibehörden bei rund 1,8 Millionen. Die Scheine sind nötig, um in Deutschland legal angeln zu dürfen.
Das bedeutet einen leichten Anstieg gegenüber den Vorjahren und deutet darauf hin, dass das Interesse am Angeln auch nach dem Boom in der Corona-Zeit ungebrochen ist, wie es vom Verband hieß. 2024 wurden den Zahlen nach rund 950.000 Anglerinnen und Angler in etwa 8.000 Vereinen erfasst.