Lebensretter mit Schutzstiefeln
Auch Bear musste seine Pfoten schützen, als er auf der verbrannten Erde Witterung aufnahm. «Jetzt hat er seine Stiefel zum letzten Mal ausgezogen», schrieb IFAW. «Aber sein Vermächtnis wird in der nächsten Generation von Spürhunden weiterleben, die in seine berühmten Pfotenabdrücke treten», sagte die Programmleiterin der Organisation, Josey Sharrad.
Dabei galt Bear einst wegen seiner schier grenzenlosen Energie und seines Spieltriebs als schwer vermittelbar. «Oft sind die schwierigsten Haustiere die besten Spürhunde, und Bear ist ein Paradebeispiel dafür. Seine Energie und seine Ballbesessenheit machten ihn zum perfekten Kandidaten», erläutert Sharrad.
Geruchssinn um ein Vielfaches feiner
Als Bear erstmals das Brandgebiet betrat, habe dennoch niemand geahnt, was er leisten würde – bis er alle Erwartungen übertraf, erinnert sich Sharrad. «Da wurde uns klar, dass wir es nicht einfach nur mit einem Hund zu tun hatten, sondern mit einem wahren Helden.»
In der Forschung gelten Hunde schon lange als besonders geeignet für die Suche nach Wildtieren: Ihr Geruchssinn ist um ein Vielfaches feiner als der des Menschen, sie können gezielt auf bestimmte Duftstoffe trainiert werden und große Gebiete systematisch absuchen.
Neben Hunden werden auch andere Tierarten für spezielle Aufgaben trainiert. Ratten etwa kommen in der Minensuche oder beim Aufspüren von Krankheiten zum Einsatz, weil sie leicht, schnell und gut trainierbar sind. Delfine werden von Militärs genutzt, um unter Wasser Objekte - darunter ebenfalls Minen - zu lokalisieren. Dennoch gelten Hunde weltweit als die vielseitigsten Detektoren, auch etwa für Drogen oder Lawinenopfer.
Ruhestand mit Lieblingsmensch und Bauchkraulen
Bear lebt nun mit einer seiner früheren Hundeführerinnen, Riana Gardiner, an der Sunshine Coast nördlich von Brisbane. Noch immer verbringe er viel Zeit draußen, speziell am Strand, sagte eine IFAW-Sprecherin der dpa.
Nach zehn Jahren im Koala-Einsatz darf er sich jetzt in Ruhe den Bauch kraulen lassen und seinem Lieblingsspiel nachgehen - dem Apportieren. «Mit seinem fröhlichen und liebenswerten Wesen hat er vielen Menschen in den schwersten Momenten ihres Lebens Trost gespendet», würdigte IFAW den Retter auf vier Pfoten. Was bleibe sei Dankbarkeit für die gemeinsamen Jahre mit diesem außergewöhnlichen Hund.